27thFebruar

Klimapolitik ist reine Gesellschaftspolitik, ist Machtpolitik!

Die Klimapolitik hatte noch nie etwas mit dem Wetter zu tun, wenngleich die Klimaexperten gerne bekunden, dass nur durch die sofortige Reduktion der Emissionen von „Treibhausgasen“ die von ihnen errechnete „Erderwärmung“ gebremst werden könne. Klimaschutz reduziere „Wetterextreme“ und mindere die Gefahr einer globalen „Klimakatastrophe“. Der direkte „Wetterschutz“ war nie das Ziel, denn das Wetter kennt weder einen „Treibhauseffekt“ noch konnte je eine direkte Beziehung zwischen den jahreszeitlich auf der Nord- und Südhalbkugel registrierten Temperaturextremen und dem global gleichförmigen CO2-Gehalt der Luft festgestellt werden.

Alle Klimaschutzmaßnahmen zielen auf eine Disziplinierung des Menschen, nicht des Wetters! Dies bestätigt in einmalig ehrlicher Weise der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen WBGU in seinem Organ Factsheet Nr. 5 vom Februar 2012 „Forschung und Bildung für die Transformation“. Es heißt dort: „Wissenschaft hat die Aufgabe, mit Politik, Wirtschaft und Gesellschaft Visionen für eine klimaverträgliche Gesellschaft zu entwickeln, Entwicklungspfade zu beschreiben sowie nachhaltige technische und soziale Innovationen zu unterstützen. Durch Bildung sollte Problembewusstsein entwickelt und systemisches Denken erlernt werden, damit Menschen die Transformation partizipativ mitgestalten können.“

Um dieses Programm zur Veränderung der Gesellschaft verwirklichen zu können, fordert der WBGU einen „neuen Vertrag zwischen Gesellschaft und Wissenschaft“. Hier wird mit anderen Worten die 68er Kulturrevolution neu belebt, die eine Demokratisierung, Politisierung und Sozialisierung aller Lebensbereiche gefordert hatte. Auch damals hieß eines der Schlagworte „Partizipation“. Der WBGU: „Die stärkere Partizipation der Zivilgesellschaft an transformationsrelevanter Forschung erhöht deren gesellschaftliche Relevanz und Legitimität, integriert das Wissen unterschiedlicher Akteure in den Forschungsprozess und erhöht im Idealfall die Legitimation und Akzeptanz für transformations-relevante Politik.“ Diese Art der verklausulierten Formulierung politischer Absichten sollte mehr als nur misstrauisch machen.

Am leichtesten zu erkennen ist das Ziel, die Bildungspolitik zu revolutionieren. Bildungsziel soll offensichtlich nicht mehr Wissensvermittlung sein, die Erziehung zu einem kritischen und mündigen Bürger. Wer die Bildung auf die Entwicklung von Problembewusstsein reduziert, der will junge Menschen dazu abrichten, sich mit Problemen zu befassen, die sich Funktionäre in Wissenschaft und Politik ausgedacht haben, aber in Wirklichkeit gar nicht existieren. Beispiel eines solchen Problems ist die Befassung mit der Klimakatastrophe. Diese Katastrophe kann es nie geben, da es zwar Wetter, aber kein Klima als Naturvorgang gibt. Die Klimatologie ist eine historische Wissenschaft, die sich mit der Wettervergangenheit beschäftigt und „mittlere Wetterzustände“ beschreibt, wie sie sich in den Klimaatlanten niederschlagen.

Eine weitere, das klassische Bildungsideal von Wilhelm von Humboldt aushöhlende Forderung ist das Ziel „systemisches Denken“ zu erlernen. Die Bildung wendet sich bewusst vom analytischen und systematischen Denken ab, das allein ideologische Mauern durchbrechen kann, die Jugend dahin zu lenken, nur noch in Systemen, in vorgegebenen geschlossenen Denkgebäuden zu denken. Man kann dies auch eine ideologische Domestizierung nennen. Wer dennoch das „Gehäuse der Hörigkeit“ sprengen will, der versündigt an der wie auch immer zu verstehenden Zivilgesellschaft, ist ein Feind der Transformation.

Um die verschiedenen Rollen von Forschung und Bildung in der Transformation zu verdeutlichen, schlägt der WBGU eine viergliedrige Typisierung der Forschung und Bildung für die Transformation vor:

1. Die Transformationsforschung,

2. Die Transformative Forschung,

3. Die Transformationsbildung,

4. Die Transformative Bildung.

Wer es immer noch nicht glauben mag, die Klimapolitik ist reine Gesellschaftsveränderungspolitik. Sie trägt den weniger nach Revolution riechenden Tarnnamen „Transformation“. Der WBGU nichtssagend: „Transformationsforschung ist ein neues Forschungsfeld, das sich gezielt dem Verständnis historischer und aktueller Transformationen zuwendet.“ Auch hier bleibt man im Diffusen, im Geheimen, um nicht frühzeitig „schlafende Hunde“ zu wecken und Widerstand zu provozieren. Die modernen Gesellschaftsrevolutionäre kommen auf sanften intellektuellen Pfoten und das macht sie so überaus gefährlich. Sie geben sich als „Gutmenschen“ aus, die nichts anderes im Sinn haben als die Welt zu retten vor Gefahren, die sie selbst erfunden haben, aber in Wirklichkeit nicht existieren. Die Prediger der Transformation haben alle Sigmund Freud gelesen und wissen daher, wie man Menschen kollektiv in Angst und Schrecken versetzt und über das Unbewusste, das Unterbewusstsein konditioniert und manipuliert.

Es ist heute schon eine Sensation, wenn ein Buch auf den Markt geworfen wird, dass diesen Transformationsprozess zu stören in der Lage ist. Dieses Buch hat den reißerischen Titel „Die kalte Sonne – Warum die Klimakatastrophe nicht stattfindet“ und stammt von Fritz Vahrenholt und Sebastian Lüning. Es wurde angekündigt mit einem medialen Donnerschlag. Dem Weltklimarat drohte ein Super-GAU. War die Klimapolitik der letzten 30 Jahre eine einzige Irreführung? So musste es der Leser empfinden. Die BILD-Zeitung, Deutschlands auflagenstärkste Tageszeitung titulierte: „Die CO2-Lüge – Die Klima-Katastrophe ist Panik-Mache der Politik“ und forderte „Stoppt den Wahnwitz mit Solar- und Windkraft!“

All diese Aussagen stimmen, doch die Politik schweigt bisher beharrlich zu dieser bisher nie so offen ausgesprochenen Anklage. Sie konnte diese Ruhe bewahren, denn sie wurde ja nicht zur Umkehr und zur Wahrhaftigkeit aufgefordert, sondern nur um Gelassenheit und weniger Hektik gebeten. Sie könne für einige Jahrzehnte die Hände in den Schoß legen, denn „die kalte Sonne“ würde ihre Arbeit machen. Exakt in dieser Begründung liegt die ganze Schwäche des so stark angekündigten und mit Lorbeeren überhäuften Buches. Wie ein rot-grüner Faden zieht sich die Argumentation durch dieses Buch: Den CO2-Treibhauseffekt gibt es, aber nur halb so stark! Die Klima-Katastrophe kommt, aber nur halb so schnell. Dieses Buch stellt den Transformationsprozess nicht infrage, es bittet nur um Aufschub, eine etwas langsamere Gangart.

Dabei ist der gedankliche Ansatz, nach dem Einfluss der Sonne in der Klimageschichte zu suchen, keineswegs abwegig. Wenn alles Leben auf der Erde von der Sonnenenergie abhängt und auch das Wetter von ihr seine Energien bezieht, dann muss der Sonne eine zentrale Rolle spielen. Doch beide Autoren, der Chemiker Fritz Vahrenholt und der Geologe Sebastian Lüning sind erstens fachfremd, was die Physik der Atmosphäre angeht, und zweitens interessengebunden. Sie stehen im Dienste des Stromkonzerns RWE, wobei Vahrenholt eigens für den Geschäftszweig „erneuerbare Energien“ zuständig ist. Es war speziell der Wind, der über Jahre nicht so stark wehte wie kalkuliert, der den Anstoß zu diesem Buch legte. Auch wurde Vahrenholt als Gutachter misstrauisch, als er näher mit der Arbeitsweise des Weltklimarats IPCC vertraut wurde.

Beide Autoren haben fleißig recherchiert, sorgfältig die Klimageschichte rekonstruiert und analysiert und dabei eine Unmenge an Material zusammengetragen, um ihre These zu belegen, dass die ebenso heiße wie launische Sonne einen mindestens 50-prozentigen Anteil an dem historisch belegbaren Auf und Ab der Temperaturen, den vielfältigen Erwärmungs- und Abkühlungsphasen habe. Dies leugnet ja auch kein Klima-Experte, doch die Dominanz der Sonne solle nur bis etwa 1850, dem Beginn des Industriezeitalters, gelten. Ab 1850 seien die Industriegesellschaften mit ihren CO2–Emissionen an dem Klimawandel schuld. Die befürchtete Klimakatastrophe sei anthropogener Natur und um diese abzuwenden, müssten sie transformiert, müsse die Stromerzeugung de-karbonisiert und ganz auf „erneuerbare Energien“ umgestellt werden. Ziel sei die CO2-freie Gesellschaft. An diesem Dogma haben die Autoren nicht gerüttelt, sondern nur um Zeitgewinn für RWE gebeten, zumal der Ausbau der Netze nicht so schnell realisiert werden kann, wie Solar- und Windstrom subventioniert wurden.

Hätten die Autoren, so wie es die Schlagzeile der BILD suggerierte, die „CO2-Lüge“ schonungslos offen gelegt, dieses Buch hätte nie diese Publizität erlangt. Die Autoren hatten weder den Mut und die Zivilcourage noch das Fachwissen, um den Nachweis zu führen, dass die Erde kein „geschlossenes Treibhaus“, sondern ein offenes Ökosystem mit offenen Strahlungsfenstern ist. So hätte der „Panik-Mache“ der Politik ein Ende gesetzt werden können, hätte der „Wahnwitz mit Solar- und Windkraft“ gestoppt und sozialverträglich umgebaut werden können. Doch damit hätten die Autoren den RWE-Ast, auf dem sie ach so bequem sitzen, selbst abgesägt und wären in der Versenkung verschwunden.

Der Ansatz, nach dem Einfluss der diversen Sonnenflecken-Zyklen auf das irdische Klimageschehen zu forschen, war richtig, aber der große Wurf blieb aus, denn wer gegen die „CO2-Lüge“ vorgehen will, darf nicht von ihr profitieren. So darf man nicht von der Konstanz der „Solarkonstante“ von 1368 W/m2 ausgehen. Seit Johannes Kepler (1571-1630) ist bekannt, dass die Umlaufbahn der Erde um die Sonne eine Ellipse und kein Kreis ist. Mit der Entfernung variiert auch die Sonneneinstrahlung zwischen 1416 und 1320 W/m2, wobei die stärkste Einstrahlung Anfang Januar mitten im Winter stattfindet. Diese und andere Kuriositäten in der Argumentation der Klima-Experten hätten die Autoren entlarven können. Dann hätte ihr Buch eine wahre Revolution auslösen und die gesamte Klimaschutz-Politik als reine Gesellschaftsveränderungs-Politik enttarnen können. Weil die Autoren diesen Mut nicht hatten oder aufbringen durften, müssen sie nun den Spott der Experten, die von dieser Halbherzigkeit wissen, ertragen nach dem Motto: „Sie sind als Tiger gestartet, doch als Bettvorleger gelandet“. Das Buch gibt etliche Denkanstöße, aber liefert keinerlei Rezepte, um den irrsinnigen globalen Klimaschutz-Wahn zu beenden. Jeder Klima-Wandel hängt ursächlich vom ebenso steten wie unberechenbaren Wandel des Wetters ab und den bestimmt mit Sicherheit nicht der Mensch. Der Bürger sollte von der Politik den Schutz des Wetters fordern, um sich nicht selbst vor dem Wetter schützen zu müssen.

Oppenheim, den 27. Februar 2012                                                                Dr. Wolfgang Thüne, Dipl.-Met.

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