Warum nicht Wetterschutz statt Klimaschutz?
Nun schwillt er wieder an, der Bockgesang vom „Weltuntergang“, denn Angst ist seit Urzeiten ein sehr probates Mittel der Politik. Die nächste globale UN-Klimakonferenz im mexikanischen Badeort Cancun wirft ihre publizistischen Schatten voraus.
Diesmal ist es die Umweltstiftung WWF, die einen Bericht „Living Planet Report“ vorstellte und feststellte: „Der Erde geht’s schlecht!“ Über die Nachrichtenagentur dpa wurde verbreitet, dass der Gesundheitszustand der Erde alarmierend ist, eine Milliarde Menschen keinen ausreichenden Zugang zu Trinkwasser haben, dass die Artbestände der Tropen seit 1970 um 60 % geschrumpft und 70 % aller Fischbestände bedroht seien. Der WWF-Bericht wurde in einem Berliner Kaufhaus vorgestellt, „um auf den für die Zerstörung der Natur maßgeblich verantwortlichen Konsum aufmerksam“ zu machen.
Nun die Rechnung des WWF: Würde die Erde naturverträglich und gerecht aufgeteilt, bekäme jeder Mensch eine Nutzfläche von etwa 1,8 globalen Hektar (gha). Seit den 1970er Jahren aber überschreitet die Menschheit die jährliche Biokapazität der Erde deutlich und braucht durchschnittlich 2,7 gha pro Kopf. Der ökologische Fußabdruck ist damit 1,5 Mal so groß wie er bei naturgemäßem Verbrauch sein dürfte. Ende der vielen Konjunktive, denn nachprüfen kann diese Aussagen kein Mensch. Soll er auch nicht, denn es kommt einzig auf die psychologische und damit politisch instrumentalisierbare Wirkung an. Ist der globale Hektar so etwas wie der globale Niederschlag? Weiß der WWF, wie man die globale Mitteltemperatur von 15°C gerecht unter den Menschen aufteilt?
Auch die Vereinten Nationen sind nicht untätig. Ganz zufällig halten sie im japanischen Nagoya eine UN-Konferenz zur biologischen Vielfalt ab. Es mangelt nicht an Appellen zum Artenschutz mit dem Ziel, dass sich die Staaten auf eine Strategie zum Schutz der Artenvielfalt einigen und auf ein verbindliches Protokoll gegen die sogenannte Biopiraterie verabschieden. Ausnahmsweise ist nicht Gleichheit gefragt, sondern Vielfalt!
Vergleicht man die Aktionen der UN, den Kampf um den Schutz der Artenvielfalt und den Kampf um den Schutz des Globalklimas, dann können die Widersprüche nicht größer sein. Die Artenvielfalt oder die Biodiversität sind mitsamt der extrem unterschiedlichen Biokapazität der zahlreichen Biotope ein Ausdruck und eine Folge der Klimadiversität auf der Erde. Die Klimadiversität wiederum ist Ausdruck der großartigen Wetterdiversität oder Wettermannigfaltigkeit auf der Erde.
Nach der Definition der UN über die Weltorganisation für Meteorologie in Genf (WMO) ist das Klima an einem Ort der Ausdruck des mittleren Wettergeschehens einer Zeitspanne von 30 Jahren. Praktisch jeder Ort auf der Erde hat auch wegen der topographischen Vielfalt ein unterschiedliches Klima. Die Klimavielfalt bedingt die Vielfalt an Arten! Wer von diesen naturgegebenen Feinheiten abstrahiert und ein Monstrum „Globalklima“ daraus ermittelt, um dann als weltpolitisches Ziel die „globale Klimagerechtigkeit“ zu propagieren, der handelt widersprüchlich und unlogisch. Er handelt typisch ideologisch in der stillen Erwartung, dass die vielen Ängste ihre Wirkung zeigen, den Verstand lähmen und nur eine verschwindende Minderheit die nötige Kombinationsfähigkeit an den Tag legt und diese Widersprüchlichkeiten aufdeckt.
Diese Minderheit wird den schier aussichtslosen Kampf gegen der herrschenden Zeitgeist aufnehmen müssen. Sie wird gegen das umweltpolitische Meinungskartell kaum eine Chance haben und auch das Parteienkartell nicht aufspalten können, denn hier ist der Irrglaube an den Klimaschutz so tief verinnerlicht, dass auch parteiinterne Kritik sofort auf Abwehrreaktionen stößt. Dies widerfuhr jüngst der umweltpolitischen Sprecherin der CDU/CSU-Fraktion, Marie-Luise Dött MdB. Sie hatte gewagt zu sagen, dass von freier Wissenschaft bei der Klimaforschung keine Rede sein könne. Sie wurde als „peinliche Witzfigur“ hingestellt, die „absoluten Irrsinn“ rede und sofort abgelöst werden müsse.
Doch kaum hatte Frau M-L. Dött diese Wahrheit ausgesprochen, da wurde sie von dem amerikanischen Physikprofessor Harold Lewis eindrucksvoll bestätigt. In seinem an die Amerikanische Physikalische Gesellschaft gerichteten Austrittsschreiben bezeichnete er die Behauptung der menschlich verursachten Erderwärmung als den „größten und erfolgreichsten pseudowissenschaftlichen Betrug, den ich während meines langen Lebens gesehen habe“. In Wirklichkeit handelt es sich um einen knallharten, vorsätzlichen wissenschaftlichen Betrug mit pseudowissenschaftlichen Argumenten! Dies geht allein aus der Tatsache hervor, wie der Begriff „Klima“ definiert ist. Klima ist eine vom Wetter abgeleitete Größe, mithin eine Abstraktion ohne Wirklichkeitsbezug wie das aktuell ablaufende Wetter!
Harold Lewis hat mit seinem mutigen und längst überfälligen Schritt das bestätigt, was bereits im Jahre 2000 der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft e. V., der Konstanzer Biologieprofessor Hubert Markl, öffentlich bekannt hatte. „Lug und Trug sind integrale Bestandteile des Forschens“! Jeder des logischen Denkens fähige Wissenschaftler, das gilt bereits für alle studierfähige Abiturienten, muss zwischen der Realität und den von ihr statistisch abgeleiteten Abstraktionen unterscheiden können. Die Realität heißt Wetter!
Meine Damen und Herren Politiker: Wirklicher Klimaschutz fängt mit dem Wetterschutz an! Schließlich soll das Wetter besänftigt werden, sollen Wetterkatastrophen wie Hitze, Kälte, Dürre, Nässe vermindert werden. Ich fordere Wetterschutz, den Schutz des Wetters und nicht des Klimas, das ohnehin erst berechnet werden kann, wenn 30 Jahre Wetter mitsamt den üblichen Kapriolen vorüber sind und nicht mehr rückgängig gemacht werden können.
Oppenheim, den 19. Oktober 2010
Dr. Wolfgang Thüne
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