UN sagen Weltuntergang wieder ab!

Im Jahr 2007, also erst vor drei Jahren, ließen die Vereinten Nationen über ihren Weltklimarat IPCC verkünden, dass die Welt ob des angestoßenen Klimawandels nur noch 13 Jahre bis zu ihrem Untergang habe. Da ist es schon erstaunlich, dass die VN jüngst nach New York zu einem Millenniums-Gipfel eingeladen haben. 125 Regierungschefs folgten dieser Einladung, darunter Kanzlerin Angela Merkel. Urplötzlich war der Pessimismus verflogen und Optimismus angesagt. Dieser war auch bei den zeitgleichen Treffen der „Clinton Global Initiative“ angesagt. Zum sechsten Mal hatte der Ex-US-Präsident Bill Clinton Staatsmänner, Wirtschaftsbosse, Wissenschaftler und Rote-Teppich-Prominenz wie Barbara Streisand, Mick Jagger oder Petra Nemcova eingeladen.


Den politischen Gesinnungswandel hat am 30. September die Illustrierte BUNTE erkannt und wie folgt umrissen: „NEW YORK Politiker, Wirtschaftsbosse, Hollywood-Stars, Models und Royals trafen sich, um einen Menschheitstraum zu verwirklichen… „WIR wollen die WELT retten“. BUNTE weiter: Geld, Macht & Glaube – Zauberworte zur Rettung der Welt“.

Es wurde auch höchste Zeit, dass sich die Mächtigsten, Reichsten und Schönsten der Rettung der Welt annehmen und dabei Optimismus ausstrahlen. Vergangen sind die Zeiten, da sich bunte und alternative  Gruppen unter Führung neomarxistisch geschulter KP-Funktionäre zusammenschlossen und 1980 die Partei „Die Grünen“ ins Leben riefen. Es war von Beginn an keine Arbeiterpartei, sondern eine theoretisierende Intellektuellenpartei, die ihren Nachwuchs aus dem Milieu der Hochschulen rekrutierte und zuerst in den Universitätsstädten reüssierte. Sie haben es mit List, Raffinesse, Tücke wie staatlicher Mithilfe geschafft und mit gigantischem propagandistischen wie publizistischen Aufwand geschickt den Eindruck in der Öffentlichkeit zu erwecken verstanden, sie wären die Retter der Welt. Etablierte Politik wie Wirtschaft hätten total versagt und längst das „Raumschiff Erde“ ausgebeutet und ruiniert, wenn es sie nicht gegeben hätte.

Nur sie hätten dem Kapitalismus die Zähne gezeigt und ihn auf den grünen Tugendpfad geführt. Da 1980 praktisch alle Maßnahmen zur Reinhaltung von Luft, Wasser und Boden eingeleitet waren, blieben ihnen nur wenige Themen übrig, um sich politisch in Szene zu setzen. Sie opponierten und wüteten gegen die Kernkraftwerke, blockierten die Castor-Transporte und stürzten sich auf den Klimaschutz. Doch diesen hatten sie nicht selbst entdeckt, sie bekamen dieses Thema mundgerecht von der Kernkraftindustrie geliefert. Das penetrante „Atomkraft – Nein danke!“ hatte die Betreiber so genervt, dass sie sich eine völlig neuartige Gefahr ausdachten, die drohende Klimakatastrophe. Dies war 1986! Sie wollten die Grünen vor die Alternative stellen: Wollt ihr den Weltuntergang durch die Klimakatastrophe oder – als wesentlich kleineres Risiko – sichere Kernkraftwerke? Doch die Alternativen pfiffen auf die Alternative.

Nur Kernkraftwerke seien im Betrieb CO2-frei, ganz im Gegensatz zu den fossil befeuerten Kraftwerken. Wer also die Klimakatastrophe, die zudem global sei, verhindern wolle, müssen den Strom aus Kernenergie gutheißen. Die Kernkraftbetreiber glaubten in gewisser Naivität, die Grünen vor die Alternative atomar oder fossil stellen zu können, doch diese ideologisch geschulten und gewitzten Systemveränderer gingen nicht in die Mausefalle. Sie nahmen die grandiose Idee Klimakatastrophe auf, um noch intensiver gegen die „Atomlobby“ zu Felde zu ziehen. Nicht die Industriebosse siegten, sondern die Grünen, die ein Anti-Atomkraft-Klima geschaffen hatten, dem sich auch die etablierten Parteien nicht zu entziehen in der Lage waren. Diese versagten auf breiter Front und fielen reihenweise um. Sie ließen sich auch die alternativen Energien als einzig wahre nachhaltige Lösung einer ökofreundlichen Stromerzeugung aufschwatzen und subventionierten diese fürstlich, wider alle Regeln einer freien und sozialen Marktwirtschaft. Ist es sozial, den Investoren feste und völlig überhöhte Abnahmepreise zu garantieren, die dann von den Stromproduzenten auf die vielen kleinen und sozial schwachen Stromabnehmer umgelegt werden?

Im Zuge der Angst vor der Klimakatastrophe und der geschürten Klimahysterie haben sich völlig neue Industriezweige zu einem gigantischen Markt entwickelt, so dass die Zeit gekommen scheint, dass nun die wirklich Reichen und Mächtigen, umgeben von Hollywood-Glitter, wieder das Zepter in die Hand nehmen und nun ihrerseits die schöne neue Öko-Welt unter ihrer Ägide propagieren. Und in dieser Glitzerwelt ist strahlender Optimismus angesagt, nicht finsterer Pessimismus. Die obersten Zehntausend der weltweiten Öko-Bewegung zählen, wie das Beispiel Joschka Fischer zeigt, längst zu den Prominenten dieser Welt und machen deren Spiel mit. Sie haben längst gelernt und akzeptiert: Geld regiert die Welt! Und Geld stinkt nicht!

Aber wann lernt die Welt, dass nicht vom Klima eine Gefahr ausgeht, sondern einzig und allein vom Wetter, von dem das Klima statistisch abgeleitet wird? Wann lernt die Welt, dass alles Geld dieser Welt nirgends auf der Erde die um die Erde zirkulierenden Luftströme mit ihren Hochs und Tiefs beeinflussen kann? Haben je kluge „Klimaökonomen“ berechnet, wie viel Geld man benötigt, um in einem skandinavischen Hoch die Luft abzutragen und damit ein isländisches Tief aufzufüllen? Wie viel Geld benötigt man, um das Rhonetal für Kaltluft zu sperren, damit sich keine Genuatiefs bilden können, die für die Hochwässer an Donau, Elbe, Oder und Weichsel verantwortlich sind? Es widerspricht der Vision der Kanzlerin Angela Merkel von der „globalen Klimagerechtigkeit“, dass die einen die warme tropische Sonne genießen können, die anderen in finsteren Polarnächten frieren müssen. Ist das gerecht?

Die Erde ist rund! Das ist kein Problem sondern Tatsache! Und diese wird die Menschheit nie aus der Welt zur Rettung der Welt schaffen können.

Oppenheim, den 4. Oktober 2010

Dr. Wolfgang Thüne

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