Preußische Allgemeine Zeitung vom 16. Januar 2010
Rätsel Klima
„Kaum sind die Teilnehmer der größten UN-Konferenz mit der höchsten Luftverschmutzung in ihre Heimatländer zurückgekehrt, da zerfällt auch schon das künstliche Eine-Welt-Klima in seine Bestandteile, das regionale Wetter. Dies beschert auf der Südhalbkugel einen prächtigen Sommer, aber auf der Nordhalbkugel viel Eis und Schnee. In China und Korea gab es die heftigsten Schneefälle seit Menschengedenken. Eine Kältewelle in Indien forderte bisher 100 Opfer. Rückblickend war der 15. Klimagipfel eine reine Medien- und Politschau ohne fachliche Basis. Es wurde viel leeres Stroh gedroschen, in Kopenhagen. Am Ende verkündete man, dass die Welt noch zu retten sei, wenn man den Klimawandel auf 2 Grad begrenzt.
Hätte es diese kühne Beherztheit schon früher gegeben, wären der Menschheit die Eis- und Warmzeiten erspart geblieben. Aber wäre solch eine Klimakonstanz nicht monoton und langweilig? Wahrscheinlich, aber für Abwechslung sorgt immer noch das Wetter. Es ist ein dynamischer Naturvorgang und orientiert sich in seinem Verhalten nicht an irgendwelchen Emissionen. Das Wetter hat unendlich viele Freiheitsgrade und pendelt von einem Extrem ins andere. Es kennt auch keine CO2-Bevormundung. Die Erdneigung, die Schiefe der Ekliptik, sorgt für die Jahreszeiten. Wäre dies nicht so, würde der CO2-Gehalt die Lufttemperatur bestimmen, dann müsste es im Winter auf der Nordhalbkugel wärmer als im Sommer sein, wenn alles grünt und blüht!
Ist das paradox? Nein, ganz natürlich! Unnatürlich ist ebenfalls auch nicht das Auf und Ab der Temperaturen in der Erdgeschichte. Unnatürlich ist die Behauptung, Kohlenstoffdioxyd würde das Klima bestimmen. Natürlich ist, dass seit Goethe über das Entstehen und Vergehen von Kalt- und Warmzeiten gerätselt wird. Es gibt Hunderte von Hypothesen, aber das Rätsel selbst hat die Wissenschaft bis heute nicht gelöst. Auch das Klimarätsel wird solange nicht gelöst sein, wie das Rätsel Wetter nicht gelöst ist. Erfreuen wir uns an der Vielfalt wie dem Abwechslungsreichtum an Wetter, auch wenn wir über vereiste Flughäfen schimpfen, denn dieses ist Ursache für die Vielfalt an Ökosystemen, vom Urwald bis zur Wüste. Das Wetter prägt das, was wir Klima nennen.“
Dr. Wolfgang Thüne
Deutsch
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