Klimamodellbastler versprechen „seriöser“ zu werden!

Wurden bisher über Jahrzehnte die Politik, die Medien und damit die Öffentlichkeit mit Schreckensnachrichten an der Nase herumgeführt, auf Deutsch „veräppelt“? Hat der als so schrecklich dargestellte Klimawandel völlig andere Ursachen und damit auch gänzlich andere Folgen? Ist er statt eines Fluches ein Segen? Haben unsere Vorfahren doch recht, indem sie Warmzeiten immer optimale Zeiten nannten? Was müssen die Wikinger empfunden haben, als sie von Skandinavien aus um 860 Island entdeckten, dann um 980 Grönland und schließlich das „Weinland“ Neufundland?


Die am 9. November 2011 veröffentlichte Mitteilung, „das Problem Klimawandel seriös anzugehen“, stammt von Ottmar Edenhofer, dem Chefökonom des Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Das PIK war zu der wenig schmeichelhaften Erkenntnis gekommen, dass „bislang eine wirklich umfassende wissenschaftliche Diskussion“ fehlte. Um diese in Gang zusetzen, hatte das PIK zu einem internationalen Modellierer-Treffen eingeladen und ein ‚European Modeling Forum‘ (EMF) gegründet, denn „Europa ist für den globalen Klimaschutz immens wichtig“. Ottmar Edenhofer, der auch Vorsitzender der Arbeitsgruppe Klimaschutz des Weltklimarates (IPCC) ist, will die Modellvergleiche in den nächsten Bericht des Weltklimarates einfließen lassen. Er wird unterstützt von Elmar Kriegler, der beim Thema Klimaschutz auch zu den Leitautoren des nächsten IPCC-Berichts gehört.

Diese späte Initiative des PIK provoziert die berechtigte Frage: Sind die bisherigen vier IPCC-Berichte wissenschaftlich unseriös? Dieser Verdacht drängt sich förmlich auf, zumal sich am 13. Mai 2011 der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-moon, und der Vorsitzende des Weltklimarates, Rajendra Pachauri, genötigt sahen, speziell einen Exekutivrat zur Überwachung des IPCC ins Leben zu rufen. Nach etlichen Peinlichkeiten und Skandalen solle die Qualität der Berichte gesteigert und so das Vertrauen der Öffentlichkeit in den IPCC wieder hergestellt werden. Die sehr ernste Frage ist, ob dies überhaupt möglich ist bei der Vielzahl der Köche, die sich in der Klimaküche tummeln.

Auf der politischen Bühne Klimaschutz glauben zu viele, sie seien zum Regisseur berufen und könnten das Stück beliebig umschreiben nach dem Motto, dass die Medien gierig jede Meldung aufgreifen, die höllische Schreckensbilder in uns weckt. Diesmal schoss die Internationale Energieagentur (IEA) den Vogel ab. Die IEA ist eine selbständige Einheit, die der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) angehört. Für die IEA schlug deren Chefökonom Fatih Birol am 11. November 2011 Alarm. Nach seiner Meinung sei die Erderwärmung kaum noch aufzuhalten. „Wir steuern auf ein Sechs-Grad-Szenario mit katastrophalen Folgen zu“. Zur Erinnerung: Im Dezember 2010 wurde bei der UN-Klimakonferenz in Cancún vereinbart, die Erderwärmung auf maximal zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Offen blieb, ob man als Ausgangspunkt das Klimaoptimum des Hochmittelalters oder die nachfolgende ‚Kleine Eiszeit‘ nehmen solle.

Während Fatih Barol die Klimazukunft deutlich pessimistischer als noch vor einem Jahr sah, frohlockte er bei dem ‚World Energy Outlook 2011. Er prophezeit dem Erdgas ein „goldenes Zeitalter“, sieht für die Kohle eine gesicherte Zukunft und hält ein Plädoyer für den „Atomstrom“. Die Erneuerbaren seien auch noch im Jahre 2035 auf Subventionen in Milliardenhöhe angewiesen. „Nur wenn die Staaten das jährliche Subventionsniveau auf 180 Milliarden US-Dollar verfünffachten, könnte der Anteil der erneuerbaren Energien (ohne Wasserkraft) an der Stromerzeugung zwischen 2009 und 2035 von 3 auf 15 Prozent steigen. Zudem bedürfe es zusätzlicher Investitionen in die Übertragungsnetze im Umfang von 25 Prozent des Gesamtinvestitionsbedarfs in der Europäischen Union (EU).“ Angesichts der exorbitant-horrenden Verschuldung der Staatenwelt wie des gigantischen Subventionsbedarfs die Subventionen von derzeit 64 Milliarden auf 250 Milliarden im Jahr 2035 zu steigern, ist unverantwortlich. Das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) urteilt: „Kampf gegen den Klimawandel steht auf der Kippe“!

Bei dieser pessimistischen Stimmungslage ist es natürlich verführerisch, stets die richtigen Sündenböcke für das Desaster zu finden und an den Pranger zu stellen. Rechtzeitig vor der Klimakonferenz in Durban veröffentlichte die Deutsche Umwelthilfe (DUH) eine Studie über die Dienstwagen der deutschen Oberhirten. Die Leipziger Volkszeitung (LVZ) fasste das Ergebnis am 28. Oktober 2011 wie folgt zusammen: „Benzin im Blut – viele Bischöfe fahren Spritfresser“. Für die LVZ legte Olaf Majer seinen Standpunkt kurz dar in „Echt abgefahren!“ Darin das Fazit: „Während die Herde klimaschonend trinkt, spart und radelt, sind die meisten Oberhirten spritfressend im Auftrag des Herrn unterwegs.“

Doch warum fragt Olaf Majer nicht: Was ist klimaschonend? Was ist klimaschädlich? Was ist klimabelastend? Was ist klimaverträglich? Noch einfacher: Was ist Klima? Kann sich Klima erwärmen oder abkühlen? Eigentlich müssten sich die Oberhirten selber verteidigen, doch es ist immer wider erstaunlich, wie ahnungslos und sorglos auch Gebildete mit dem „Begriff Klima“ umgehen und wie leicht sie sich ins Bockshorn jagen lassen. Etymologisch kommt das Wort Klima aus dem Altgriechischen und bedeutet Krümmung. Das Wort Klima bezieht sich auf die Kugelkrümmung der Erde und gehört zu dem Verb klínein, das sich mit neigen, biegen, krümmen, anlehnen übersetzen lässt. Als Begriff steht Klima für die Gesamtheit aller meteorologischen Vorgänge, die für den durchschnittlichen Zustand der Erdatmosphäre an einem Ort verantwortlich sind. Oder anders ausgedrückt: Klima ist die Gesamtheit aller an einem Ort möglichen Wetterzustände, einschließlich ihrer typischen Aufeinanderfolge sowie ihrer tageszeitlichen und jahreszeitlichen Schwankung.

Der Weltklimarat IPCC definiert Klima wie folgt: „Climate in a narrow sense is usually defined as the „average weather“, or more rigorously, as the statistical description in terms of the mean and variability of relevant quantities over a period of time ranging from months to thousands or millions of years. The classical period is 30 years, as defined by the World Meteorological Organization (WMO).” Was besagt das? Klima ist ein anhand von 30jährigen Wetterbeobachtungen statistisch errechneter, aber nicht real existierender atmosphärischer Kunstzustand. Klima gibt es allein schon deswegen nicht, weil es kein „durchschnittliches Wetter“ gibt. Das Wetter ist ein höchst veränderlicher, über Ort und Zeit kontinuierlich ablaufender Naturvorgang, dessen Ablauf völlig unregelmäßig ist und selbst von Jahr für Jahr keinerlei „typische Aufeinanderfolge“ kennt, schon gar nicht bei der kurzen Beobachtungszeit von nur 30 Jahren. Wenn auch das Wettergeschehen den physikalischen Gesetzmäßigkeiten „gehorcht“, so ist sein Verhalten derart chaotisch, dass es sich schon nach kürzester Zeit jedweder exakten Vorhersage entzieht. Dies erlebt man regelmäßig bei den spätherbstlichen Hochdruckwetterlagen. Ohne Rücksicht auf die „Treibhaushypothese“ und die wärmende „Gegenstrahlung“ kühlt sich in den klaren Nächten die Luft in Bodennähe ab und es bildet sich Nebel. Doch wo und wann er sich am nächsten Tag auflöst, das kann kein Meteorologe vorhersagen. Die ZDF-Wetterredakteurin Katja Horneffer versuchte es am 12. November 2011 daher humoristisch: Er löst sich auf, er löst sich nicht aus, er löst sich auf,…

Das über 30 Jahre an einem Ort gemessene und erlebte Wetter ist ein Naturvorgang, auf den der Mensch keinen Einfluss hat. Das daraus konstruierte Klima ist ein abstraktes lebloses Konstrukt, das etwas Gewesenes beschreibt. Die Klimatologie ist die historische Aufbereitung der wechselhaften Wettergeschichte. Das Wetter selbst gleicht einem Endlosfilm, der nicht zurückgespult werden kann, irreversibel oder unumkehrbar ist, bei offener und nicht vorhersagbarer Zukunft! Das Wetter ist eine unüberwindliche Barriere, die einen Blick in die Zukunft nach kürzester Zeit praktisch wie theoretisch unmöglich macht. Alle numerischen Wettervorhersagen haben ein rasches Verfallsdatum. Auch mit Klimamodellen kann die Natur nicht überlistet und die „Globaltemperatur“ für das Jahr 2071 vorhergesagt werden. Dann müssten die Modelle ja „wissen“, wie der Wetterablauf in diesem Jahr auf dem Erdenrund ist. Wenn behauptet wird, dass numerische Klimamodelle wichtige Werkzeuge der Klimaforschung seien, dass sich das Klima über Jahrzehnte, ja Jahrhunderte simulieren und prognostizieren lasse, dann gehört dies in die Kiste „Lug und Trug“!

Wenn die Klimaexperten des PIK felsenfest behaupten, dass ihre Modelle „Nachbildungen der Wirklichkeit im Computer“ und demzufolge „wissenschaftlich“ seien, dann sagen sie bewusst vorsätzlich die Unwahrheit. Wenn die Qualität von Klimasimulationen abhängig ist von der „Repräsentation physikalischer Prozesse“, dann ist diese gleich Null. Wetter findet in den Klimamodellen nicht statt. Und ohne Wetter kann kein Klima berechnet werden. Kein einziger für das Wetter ausschlaggebender Prozess wie Strömungsvorgänge, Grenzschichtprozesse, Konvektion, Wolkenbildung, Niederschlag, Strahlungstransfer etc. kann auf der räumlichen wie zeitlichen Modellskala aufgelöst werden. Das heißt: Die Natur findet in den Klimamodellen nicht statt!

Die Rechenzentren der Klimamodellierer sind nichts als Spielhöllen, in denen der Phantasie der Experten freier Lauf gelassen wird mit der Maßgabe, wohldosiert Klimakatastrophen- und Weltuntergangsszenarien zu produzieren, damit die Politik sich zum „Weltretter“ aufschwingen und mit der Psychopeitsche „Klimaangst“ den Ablasshandel organisieren und die Ökosteuern eintreiben kann. Und damit keiner entrinnt, wurde die Erde global zu einem „Treibhaus“ deklariert. Wie heißt es in der Presseerklärung vom PIK?: „Die Politik braucht Grundlagen für ihre Entscheidungen – dazu gehört es, die Optionen klar zu benennen. Und diese Optionen werden durch das Durchspielen verschiedenster Szenarien ausbuchstabiert.“ Die Klimaexperten sind willige Instrumente der Politik, die Szenarien durchspielen und als Handlungsoptionen der Politik anbieten. Kein Klimamodell ist „seriös“. Ein Vergleich der Modelle untereinander macht sie auch nicht seriöser. Wer sich der Politik beugt, wird als klimafreundlich gelobt. Wer es wagt zu zweifeln, der Politik zu widersprechen, verhält sich politisch unkorrekt, ja klimafeindlich. Noch ist das Zweifeln an ideologischen Lehrmeinungen nicht strafbar. Jeder ist aufgerufen alles zu tun, damit dies auch so bleibt!

Zweifeln ist erlaubt und nach Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) ein wichtiges und für den wissenschaftlichen Fortschritt unverzichtbares Korrektiv. Goethe: „Und denn, man muss das Wahre immer wiederholen, weil auch der Irrtum um uns her immer wieder gepredigt wird, und zwar nicht von einzelnen, sondern von der Masse. In Zeitungen und Enzyklopädien, auf Schulen und Universitäten, überall ist der Irrtum obenauf, und es ist ihm wohl und behaglich, im Gefühl der Majorität, die auf seiner Seite ist. Oft lehret man auch Wahrheit und Irrtum zugleich und hält sich an letzteren.“ Wenn das Ganze doch nur ein „Irrtum“ wäre, die Gefahr für die Wissenschaftsfreiheit wäre gering.

Vor unseren Augen spielt sich ein Glaubenskrieg ab. Die „Treibhausideologie“ ist eine quasireligiöse dogmatische Bewegung, deren Oberhirten den „Klimakrieg“ ausgerufen haben, keine Kritik dulden und bedingungslosen Gehorsam verlangen. Für diese Situation hat Arthur Schopenhauer (1788-1860) einen gewissen Trost: „Jede Wahrheit durchläuft drei Phasen. In der ersten wird sie verlacht. In der zweiten wird sie wild bekämpft und in der dritten wird sie als Selbstverständlichkeit akzeptiert.“ Wir befinden uns in der zweiten, der „wilden“ Phase. Dieser Kampf erfordert viel Mut und Zivilcourage! Beides fehlt vor allem der untätig zusehenden „schweigenden Mehrheit“!

In einer Pressemeldung vom 14. November 2011 forderte das PIK sogar „Klimaschädliche Subventionen streichen“! Es sind die Milliardensubventionen, die das PIK einstreicht, die am Klima nichts ändern, aber das soziale Klima nachhaltig stören. Hier sollte der Rotstift zuerst ansetzen. Das Luxusdasein der Klimaexperten wird nämlich vom „kleinen Mann“ bezahlt.

Oppenheim, den 15. November 2011

Dr. Wolfgang Thüne, Dipl.-Met.

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