Kann Wissenschaft die Welt retten?

Diese Frage behandelt das Medienmagazin „Berliner Journalisten“ in Heft 1 von 2010 und lässt ausgerechnet einen Wissenschaftler, den Physiker Anders Levermann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, zu Wort kommen. Dieser präsentiert „Drei Fragen zur Lösung des Klimaproblems“ und serviert, wie gegenüber Journalisten üblich, sogleich wohl proportionierte, mundgerechte und leicht verdauliche Antworten mit.

 

Doch gleich der erste Satz entlarvt den Wissenschaftler als Demagogen, der von hoher Kanzel mehr das Gemüt als den Verstand anspricht. Ein Wissenschaftler, der Descartes Satz „cogito, ergo sum“ missachtet, ist kein Wissenschaftler. Levermann schreibt: „Dass der Mensch die Erde durch den Ausstoß von Treibhausgasen erwärmt, ist wissenschaftlich seit langem nicht mehr zu bestreiten.“ Solche apodiktischen Aussagen sollten stutzig machen, denn wenn Wissenschaft sich für unfehlbar erklärt und Frageverbote ausspricht, dann muss etwas faul sein. Dies gilt besonders, wenn man den zweiten Satz liest: „Diese Erkenntnis bedarf nur sehr grundlegender physikalischer Gesetze, die auch ohne Computermodelle eine eindeutige Antwort geben.“

Mit dieser Argumentation fühlt sich jeder Journalist als dummer Schüler und wagt keine kritischen Fragen zum Verständnis zu stellen. Das wohl wichtigste physikalische Gesetz ist das von Isaac Newton formulierte Abkühlungsgesetz (cooling law), das schon dem ersten „nackten Affen“ instinktiv bekannt war. Es besagt, dass jeder Körper, ob fest und flüssig wie die Erde, unentwegt gemäß seiner Temperatur und völlig unabhängig von allen anderen Körpern elektromagnetische Strahlung aussendet und dabei abkühlt. Ein Körper „strahlt“ Energie ab, ob er sich in einem Raum oder unter freiem Himmel, sei es mit oder ohne Wolken, befindet. Er „strahlt“ selbst im luftleeren Raum, kühlt sich dabei aber langsamer ab, weil sowohl die Wärmeleitung als auch die Wärmekonvektion, die Thermik, ausgeschlossen sind.

Die Erde kann sich also prinzipiell nicht erwärmen, sie muss täglich aufs Neue von der Sonne erwärmt, aufgeheizt werden, selbst wenn die Erdatmosphäre nur aus Wasserdampf und Kohlendioxid bestünde. Der Grund liegt darin, dass Gase Wärmestrahlen nur selektiv oder stoffspezifisch absorbieren können. Selbst eine hundertprozentige Treibhausatmosphäre hätte zwischen 7 und 13 Mikrometern ein „stets offenes Strahlungsfenster“, durch das die Wärmestrahlung der Erde ins Weltall entweichen kann, und es auch tut. Wäre dies nicht so, dann gäbe es keinen Tagesgang mit mittäglichem Temperaturmaximum und nächtlichem Temperaturabfall, der umso stärker ist, je weniger Wolken am Himmel sind. Die von der Erde ausgesandten Wärmestrahlen kann man von Satelliten aus mit Wärmebildkameras empfangen und in scharfe Temperaturbilder umwandeln.

Weil die Erde immer Wärme abstrahlt, muss sie, um nicht zu erfrieren, eine Licht- und Wärmequelle, eine externe Heizung, haben. Dies ist die Sonne. Sie liefert die Energie für alle Bewegungs- und Lebensvorgänge auf der Erde, auch für die Luftzirkulationen und das Wetter. Die eindeutige und physikalisch widerspruchsfreie Antwort lautet: Die Hypothese eines „natürlichen Treibhauseffektes“ ist ein Märchen, eine ideologische Wunschvorstellung!

Jeder Journalist weiß auch: Das Wetter ist ein Naturvorgang, von dem das Klima abgeleitet wird. Die Wetterelemente sind gemessene Werte, die Klimawerte berechnete Werte und damit abstrakte Größen. Mittelt man über mehrere Jahrzehnte die Luftdruckverteilungen über dem Nordatlantik, so erhält man im Juli das „Azorenhoch“, im Januar das „Islandtief“. Beides sind statistische Scheingebilde ohne Leben, die seit Jahrzehnten unverändert in den Schulatlanten zu finden sind. Diese Gebilde gibt es in der Natur als lebendige Hochs und Tiefs nicht, aber im Computer lassen sie sich künstlich zum Leben erwecken, ohne Leben in sich zu haben. Was besagt das? Alle Klimaprognosen sind Scheinprognosen, Wahrsagerei! Wetter ist ein dynamischer Vorgang, Klima ein errechneter statischer Zustand.

Wenn es inzwischen an der Universität Potsdam am Institut für Physik einen Lehrstuhl für die „Dynamik des Klimasystems“ gibt, den Anders Levermann bekleidet, dann ist das ein Grund zur Trauer und eher Zeichen wissenschaftlichen Niedergangs und nicht Fortschritts. Klima hat keine Dynamik. Klima täuscht eine Art Scheindynamik vor, die von der Dynamik des Wetters abhängt. Das Wetter ist der Anfangswert, Klima die vom Menschen erdachte abgeleitete Größe, die immer erst dann berechnet werden kann, wenn das Wetter, ein irreversibler Naturvorgang, vorbei ist. Wann begreifen die Journalisten, dass der Klimawandel als Angst- und Drohgespenst herhalten muss für Ideologen, die sich zum Ziel gesetzt haben, durch Entzug von Kohlenstoff unsere Gesellschaft grundlegend zu verändern und unter dem Aspekt „globale Klimagerechtigkeit“ zu revolutionieren und sie nur ein Werkzeug, ein Mittel zum Zweck, sind?

Oppenheimer Werkstatt für Wetterkunde

Dr. Wolfgang Thüne, Dipl.Met.

Ostern 2010

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