Grüne Pseudoreligionen weltweit auf dem Vormarsch
Die Vereinigten Staaten von Amerika gelten gemeinhin nicht nur als das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, sondern auch als Hort individueller Freiheiten. Dies haben wieder die jüngsten Nachwahlen gezeigt, bei denen die Amerikaner ihrem Präsidenten Barack Obama bewiesen haben: „Yes, we can!“ Sie waren der hohlen Worthülsen wie leeren Versprechungen überdrüssig und raubten der „Lichtgestalt“, dem Friedensnobelpreisträger Obama, die Mehrheit in der Zweiten Kammer, dem Repräsentantenhaus. Zugeschrieben wird vielfach dieser Sieg der Graswurzel- oder Tea-Party-Bewegung.
Die Amerikaner in ihrem Freiheitsdrang nehmen sich auch die Freiheit heraus, das Land mit der höchsten Zahl an Freikirchen und pseudoreligiösen Sekten zu sein. Es scheint wie in Preußen zu sein, das die Toleranz zum Prinzip erhoben hatte nach dem Motto „suum cuique“! Jeder war seines Glückes Schmied. Amerika muss auch als die Geburtsstätte und Wiege der neuartigen Ersatz- oder Pseudoreligion des „Environmentalismus“ angesehen werden. Diesen Begriff hat der tschechische Staatspräsident Vaclav Klaus geprägt. Wer genauer die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte der Umweltbewegung zurückverfolgt, der wird Argumente finden, dass die Ursprünge dieser Bewegung als religiöser Bewegung in den USA zu suchen sind.
Die Forderung nach Natur- und Heimatschutz trat in Folge einer übermäßig raschen Industrialisierung mit der Epoche der Romantik Anfang des 19. Jahrhunderts ins öffentliche Bewusstsein. Es entstanden entsprechende Initiativen, die dann mit dem Reichsnaturschutzgesetz 1935 in den Rang staatlicher Verpflichtung übergingen. Die vielen „Wiederaufbausünden“ im Europa der fünfziger und sechziger Jahre führten zu einer Neubelebung des Naturschutzgedankens. Die Reinhaltung von Luft, Wasser und Boden waren absolut konkrete und richtige Ziele. Das Jahr 1970 wurde zum „Europäischen Naturschutzjahr“ deklariert. Doch dann wurde das Wort „Natur“ durch „Umwelt“ ersetzt und der Umweltschutz das Gebot der Stunde. Die englische Bezeichnung für Umwelt ist ‚environment‘.
Die Umwandlung des Begriffes Naturschutz in Umweltschutz kann als der Beginn der Ideologisierung der Angelegenheit angesehen werden. Das Wort Umwelt ist ein abstrakter und individuell unendlich weit auslegbarer Begriff. Er ist undefinierbar, damit ideologisch vereinnahmbar, glorifizierbar und beliebig interpretierbar. Er liess sich leicht im religiösen Sinne zur Verpflichtung aufwerten und als „Schöpfungsschutz“ deklarieren. Damit war das Fundament für eine irdische Ersatzreligion oder Pseudoreligion gelegt. Dafür sorgte auch der dem Marxismus entlehnte philosophische Unterbau. Karl Marx hatte seine Lehre von Beginn an als neue Religion deklariert, die die klassischen Religionen ersetzen sollte.
Die Erhebung des Naturschutzes über den allumfassenden Umweltschutz und die Begründung einer „Ökotheologie“ war im Wesentlichen das Werk des Amerikaners Lynn White jun. (1907 – 1987). Er warf den christlichen Religionen vor, dass sie anthropozentrisch seien. Die Ursache für die Misere der Umwelt gehe auf den biblischen Befehl „Macht euch die Erde untertan“ zurück. Die Zerstörung der Umwelt könne nur durch eine religiöse Neubesinnung, eine ÖkoReligion, abgewendet werden. Durch ständige öffentliche Anklagen und ungeschicktes Reagieren der Kirchen entwickelte sich der Umweltschutz zu einer Umweltideologie, zu einer Quasireligion namens „Environmentalismus“ oder auch „Ökologismus“ und hob sich auf die gleiche Bewusstseinsebene wie der Katholizismus oder Protestantismus.
Nach etlichen Anläufen gelang dieser Sprung mit dem Thema „Klimaschutz“. Die Hohen Priester der Ökoreligion deklarierten den Klimaschutz zum „Schöpfungsschutz“ und mit gewisser zeitlicher Verzögerung akzeptierte diese Floskel zunächst die Evangelische Kirche, schließlich auch die Römisch-Katholische Kirche. Dennoch ist Klimaschutz nicht gleich Schöpfungsschutz! Interpretiert man die Schöpfungsgeschichte richtig, dann hat der Schöpfer durch die Schaffung von „Himmel und Erde“ wie den Befehl „Es werde Licht!“ den ewigen Klimawandel als Garantie der Funktionalität der Schöpfung vorgegeben. Er hat der Erde Kugelgestalt gegeben, Tag und Nacht geschieden, durch die „Schiefe der Ekliptik“ Frühling, Sommer, Herbst und Winter geschaffen. Erst die wechselnden Neigungen der Sonnenstrahlen, die unterschiedliche Erwärmung der Erdoberfläche setzen die Atmosphäre in Bewegung und erzeugen das, was wir Wetter nennen.
Der Wandel des Klimas ist eine Grundkonstante der Natur und göttliches Schöpfungswerk. Da die christlichen Kirchen nicht in der Lage waren, diesen Sachverhalt klar zu vermitteln, mussten sie sich verbal der Ökoreligion unterordnen und beten nun stereotyp die Floskel nach: „Klimaschutz ist Schöpfungsschutz“. Doch der Begriff Klimaschutz ist ein Zauberwort mit mythologischer Wirkung. Klima ist zwar die Ursache für alle Wettererscheinungen, wird aber auch dafür verwandt, das Wetter in seinem mittleren Ablauf zu beschreiben. Diese völlige Umdrehung eines Begriffes hätten die Kirchen offenlegen müssen. In diesem Fall wird die Forderung nach Klimaschutz unsinnig, denn das würde voraussetzen, dass der Mensch das Wetter schützen und so gestalten kann, dass die daraus abgeleiteten Mittel- oder Klimawerte sich nicht wandeln, konstant bleiben.
Klimaschutz ist somit nicht nur nicht Schöpfungsschutz, Klimaschutz ist Ausdruck eines atheistischen anthropozentrischen Größen- und Machbarkeitswahns. Doch dieses logische Zurechtrücken der Tatsachen ist Aufgabe der Kirchen, wenn sie den „Überbau“ Ökoreligion wieder beseitigen wollen. Je länger sie diese notwendige Geistes- und Aufklärungsarbeit hinauszögern, desto geringer werden ihre Chancen. Die Ökoreligion „Environmentalismus“ ist weltumspannend und hat sehr mächtige Verbündete in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Es ist die ideale Ersatzreligion, die leicht in den Dienst einer neuen Weltordnung gestellt werden kann. Unter ökonomisch-utilitaristischen Aspekten ist es eine „Religion“, die einer globalisierten Welt wie angepasst ist.
Es wird allerhöchste Zeit, dass sich die Kirchen aus ihrer Erstarrung lösen, wenn sie ihren Einfluss nicht ganz verlieren wollen. Es geht an die Substanz, wenn in der Wirtschaftswoche Nummer 45 in einem Interview „Moral ist Gift für die Gesellschaft“ Bernd-Olaf Küppers mehr oder weniger die Abschaffung der Religion fordert, weil sie einer Wissensgesellschaft im Wege steht. Herr Küppers beklagt völlig zu Recht das esoterische Pseudowissen und die vielen selbsternannten Propheten, die in dogmatischer Besessenheit mit irrationalen Ängsten operieren und den Zugang zur Wissens-Gesellschaft versperren. Völlig unreflektiert deklariert er die Moral zum „Gift“ und stürzt sich auf die Religion! Doch nicht die christlichen Religionen sind es, die Klimakatastrophenängste schüren und Weltuntergangsszenarien propagieren. Es sind die vielen Ersatzreligionen, die ihre Unheilpropheten aussenden und die Menschheit als „Herde“ in Angst und Schrecken versetzen, um sich als Hirten, Hüter und Wächter aufzuspielen.
Ganz typisch für diese Gesinnung ist die Verwendung des intellektuellen Konstrukts „ökologisches Gleichgewicht“, das der moderne Mensch zerstört habe. Es wird die Existenz eines vorindustriellen „Wetter- und Klimagleichgewicht“ behauptet, in dem paradiesische Zustände geherrscht hätten. Dieses hätten die Industrienationen zerstört und um dieses wiederherzustellen, müsse den reichen Industriegesellschaften der Kampf angesagt werden, müsse ihnen die atomare wie fossile Nutzung von Energie untersagt werden. Doch wenn man auch die Deindustrialisierung bis zum Exzess treibt und die Mobilität zu Lande, zu Wasser und in der Luft unbezahlbar macht und zum Erliegen bringt, der Glaube an den Schutz des „Globalklimas“ wie der Glaube an die Möglichkeit, dem „Klimawandel“ Einhalt gebieten zu können, sind und bleiben ein Irrglaube. Auch wenn wir wieder in mittelalterliche Verhältnisse zurückfallen würden, an der Allgemeinen Zirkulation würde sich nichts ändern und damit auch nichts am Wetter und seinem natürlichen chaotischen Verhalten. Es sind einzig die Pseudoreligionen, die Unwissenheit verbreiten und als Wissen ausgeben. Nicht die Religionen sind das Übel der Zeit, sondern solche Ersatzreligionen wie der marxistischen Ideologie entsprungene „Environmentalismus“ oder „Ökologismus“.
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