Ein neues grünes Totschlaginstrument – „Klimawandelleugner“

Am 3. und 4. Dezember 2010 trafen sich in Berlin, organisiert vom Europäischen Institut für Klima und Energie (EIKE), etwa 100 „Klimaskeptiker“ oder besser „Klimarealisten“, um die Thesen der staatlich begünstigten „UN-IPCC-Klimaexperten“ auf ihre wissenschaftliche Standfestigkeit zu überprüfen. Dazu waren unabhängige Forscher aus aller Welt geholt worden, aber ob sie die vorherrschende politisch korrekte Meinung beeinflussen können, das bleibt eine offene Frage.


Überlappend trafen sich etwa 10 000 Delegierte aus etwa 150 Staaten in Cancún/Mexiko vom 29. November bis 10. Dezember 2010 zur 16. UN-Weltklimakonferenz, um über die Zukunft des Kyoto-Protokolls zu beraten. Hauptpunkt beider Konferenzen war der globale Klimawandel. Während man in Berlin über seine möglichen Ursachen diskutierte, stand in Cancún der Übeltäter schon fest, das klimaschädigende Umweltgift CO2. Man diskutierte nur noch über konkrete Maßnahmen, insbesondere den Schutz der Wälder als natürliche CO2-Senken.

Der Berliner Klimakongress schien so brisant zu sein, dass die Fraktion BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN am 3. November 2010 eine Kleine Anfrage an die Bundesregierung richtete mit der inquisitorischen Frage, ob es innerhalb der Bundesregierung Stimmen gebe, die „die menschliche Ursache des Klimawandels“ in Frage stellen. Die Fraktion Die GRÜNEN spricht ausdrücklich von „Klimawandelskeptikern“ oder „Klimawandelleugnern“ und offenbart damit ihre ideologische Grundhaltung, mit Wortmanipulationen Gegner zu isolieren, an den Pranger zu stellen und mundtot zu machen. Doch in Berlin rüttelte man nicht an den Stützkrücken der ganzen Klimaschutzhysterie, leider.

Kein des Lesens fähiger, mit natürlichem Verstand ausgestatteter und logisch denkender Mensch hat je den Klimawandel in Frage gestellt. Das Wissen um die Eis- und Warmzeiten, das Auf und Ab der Temperaturen ist Allgemeingut der Menschheit. Die „Klimaskeptiker“ haben nie den Klimawandel an sich in Frage gestellt, sondern ausschließlich die einseitigen und physikalisch strittigen Erklärungsversuche der „Klimaexperten“. Skeptizismus ist ein integraler Bestandteil wissenschaftlichen Fortschritts. Er hilft, die Wissenschaft auf Kurs zu halten und vor dem Abgleiten in Ideologien zu bewahren. Aber Skeptizismus muss alternative Hypothesen und Erklärungen anbieten, sonst ist er wertlos und bewegt nichts.

Insofern war die Bundesregierung klug beraten, in ihrer Antwort vom 22. November 2010 auf die Kleine Anfrage, sich wie einst Pilatus die Hände in Unschuld zu waschen und sich auf den Wissensstand des IPCC zu berufen. Der IPCC sei „eine relevante internationale Institution“, doch EIKE sei ihr „nicht näher bekannt“. Auch hielt sie sich in Blick auf Cancún alle denkbaren Optionen offen und erklärte: „Die Bundesregierung begrüßt eine offene wissenschaftliche Diskussion über Bedeutung und Unsicherheiten der Ergebnisse der Klimaforschung, denn Forschung und Fortschritt leben von lebendigen und kontroversen Diskussionen.“

Lebhaft und durchaus kontrovers ging es in Berlin zu. Dies war die große Stärke des EIKE-Kongresses. Es wurden zuhauf klare überzeugende Argumente gegen die eindimensionale Erklärung, Kohlenstoffdioxid sei allein am Klimawandel schuld, geliefert, doch genügt das? Die Schwäche war, dass man nicht die Axt der Kritik direkt an den Grundprämissen der Treibhaus-Ideologie ansetzte. So hat man die Gelegenheit verpasst, den Vorwurf, „Geister des Irrationalismus“ zu sein, als Bumerang an den Autor Joachim Schellnhuber, Direktor des Klimafolgenforschungsinstitutes in Potsdam und Klimaberater der EU-Kommission, zurück zu schicken. Wenn er in der FAZ vom 30. November 2010 behauptet, „Kohlendioxid ist ein heimtückisches Gas“, wo ist da noch ein Hauch von Rationalität?

Und ist der Vergleich rational? Bei der „Atomenergie“ verweist er auf das „Unsichtbare der Strahlung, das für die Menschen absolut mysteriös ist“. Doch dann fährt er fort: „Beim Klima ist es genau umgekehrt, da gibt es nichts Mysteriöses. Vielmehr geht es um Alltagserfahrungen. Es ist heiß, es regnet stark. Was ist das Bedrohliche daran, denken die Leute? Und es gibt das, was ich kausale Distanz nenne.“ Offensichtlich gibt es eine große „kausale Distanz“ bei Schellhuber zwischen Wetter und Klima. Das Wetter ist real, das Klima abstrakt. Das Klima wird vom Wetter abgeleitet. Ohne Wetter gäbe es kein Klima! Schellnhuber mag ein extrem gebildeter Mensch sein, doch wie schrieb einst Arthur Schopenhauer? „Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand.“

Während die Bildung der Bildung von Ideologien förderlich ist, können diese immer nur vom natürlichen Verstand gebändigt werden. Dieser orientiert sich an der Natur und nicht an fiktiven Modellen. Den Physikern scheint Immanuel Kant unbekannt zu sein. Vor mehr als 200 Jahren schrieb er: „Die Natur entdeckt sich nur nach und nach. Man soll nicht durch Ungeduld das, was sie vor uns verbirgt, ihr durch Erdichtung abzuraten suchen, sondern abwarten, bis sie ihre Geheimnisse in deutlichen Wirkungen ungezweifelt offenbart.“ Die Treibhaus-Hypothese steht und fällt mit dem Glauben an die „Gegenstrahlung“, durch die die Erdoberfläche erwärmt wird.

Was sagt die Natur dazu? Wurde dieser Effekt je beobachtet oder gar gemessen? Es wird immer nur beobachtet, dass es bei klarem Himmel in der Nacht kalt wird, besonders im Winter über frisch gefallenem Schnee. Meistens bildet sich noch eine Bodeninversion, so dass direkt am Boden die Temperatur erheblich niedriger ist als in der Englischen Hütte in 2  Meter Höhe. Wie ist das zu erklären, ganz natürlich? Die Erde ist ein Körper, der wie jeder andere auch unentwegt Energie abstrahlt, Wärme verliert. Am Tage merkt man diesen Verlust nicht, weil von der Sonne mehr Energie eingestrahlt und die Oberfläche erwärmt wird. Von Sonnenaufgang an wird zuerst durch Strahlung der Erdboden erwärmt, dann die Luft durch Wärmeleitung und Wärmekonvektion. Von einem Minimum am Morgen steigen die Temperaturen bis einige Stunden nach Sonnenhöchststand an, um dann wieder zu sinken. Dieser Prozess setzt ein, wenn die Ausstrahlung des erhitzten Bodens größer ist als die Einstrahlung der Sonne. Nicht der Tagesgang der Temperatur ist mysteriös. Mysteriös sind die Pseudoerklärungen der theoretisierenden Physiker wie Schellhuber und Rahmstorff in Potsdam. Letzterer läd gerne zum „Faktenscheck“ ein, doch sagt mal ein praktischer synoptischer Meteorologe mutig ja, dann kneift er urplötzlich.

Beide Physiker haben von Meteorologie Null-Ahnung. Es sei ihnen das leicht verständliche Büchlein „Einführung in die Meteorologie I“ von Fritz Möller aus dem Jahre 1973 empfohlen! Bereits auf den Seiten 36 und 37 würden sie fündig. Da ist zum einen eine Darstellung des CO2-Gehaltes der Luft in verschiedene Höhen über einem Weizenfeld aus dem Jahre 1952. Man sieht eine Zunahme nachts von etwa 300 auf fast 500 ppm mit einem Maximum direkt bei Sonnenaufgang. Mit ihm setzt spontan die Photosynthese ein. Die Pflanzen entziehen der Luft CO2, bis zum Sonnenuntergang. Herr Schellnhuber: erstens ist CO2 kein „tückisches Gas“, sondern ein Grundnahrungsmittel für alles irdische Leben und zweitens verlaufen die Tagesgänge der Temperatur und des CO2-Gehalts gegenläufig. Sie haben nichts miteinander zu tun. Die „kausale Distanz“ des PIK zur Biologie und Meteorologie ist unüberbrückbar!

Zum Anstieg des Kohlenstoffdioxids in der Luft bemerkt Fritz Möller kurz und knapp: „Dies hat nebenbei zu allerlei Spekulationen über eine künstliche Beeinflussung des Klimas durch den Menschen geführt, die jedoch nicht haltbar sind, weil andere Einflüsse … erheblich größer sind.“ Doch am größten und stärksten sind und waren die politischen und ökonomischen Interessen, denen zu dienen sich viele Wissenschaftler befleißigten. Sie passten sich den politischen Wünschen an und lebten fortan auf der Sonnenseite des Lebens, wurden mit Milliarden an Forschungsgeldern überhäuft und durften ein globales Jetset-Leben ohnegleichen führen. Bei der Klimapolitik geht es um Macht, sehr viel Geld und Gesellschaftsveränderung durch Umverteilung. Letztere kennt nur eine Richtung, von unten nach oben, von arm zu reich!

Dies bestätigte unverhohlen der Klimaökonom des PIK, Ottmar Edenhofer, der gleichzeitig einen Vorstandsposten im Weltklimarat IPCC innehat. Nach einer Wertung der Financial Times Deutschland vom 2. Dezember 2010 „Die Rettung der Klimaretter“ ist er berufen, dem Weltklimarat seine Glaubwürdigkeit zu reparieren. Nach dem Daten- und Gletscher-Skandal soll er die Klimaforschung von Geruch, eine „Voodoo-Wissenschaft“ zu sein, befreien. Die Klimawissenschaft riecht nach Klimadiktatur, das ist die Diagnose. Zu Edenhofer schreibt die FTD: „Früher Jesuit, jetzt Ökonom und der mögliche Heilend des Weltklimarates“, der den „Klima-Missionar“ und IPCC-Chef und Friedensnobelpreisträger Rajendra Pachauri aus der Schusslinie nehmen soll.

Der Chefökonom des Potsdam Institut für Klimafolgenforschung beschreibt in einem NZZ-Interview die klimapolitische Lage wie folgt: „Zunächst einmal haben wir Industrieländer die Atmosphäre der Weltgemeinschaft quasi enteignet. Aber man muss klar sagen: Wir verteilen durch die Klimapolitik de facto das Weltvermögen um. Dass die Besitzer von Kohle und Öl davon nicht begeistert sind, liegt auf der Hand. Man muss sich von der Illusion freimachen, dass internationale Klimapolitik Umweltpolitik ist. Das hat mit Umweltpolitik, mit Problemen wie Waldsterben oder Ozonloch, fast nichts mehr zu tun.“ Soweit der Chefvolkswirt des staatlich finanzierten PIK. Doch wer bezahlt die ganzen Subventionen für Wind- und Sonnenstrom, die staatlich festgesetzten exorbitanten Einspeisevergütungen? Der „kleine Mann“ als Stromkunde!

Damit ist die Katze aus dem Sack: Klimapolitik ist Machtpolitik, ist Umverteilungspolitik! Wann dämmert es den „Klimaskeptikern“, den angeblichen „Klimawandelleugnern“, dass jede Debatte um den Klimawandel eine Scheindebatte ist? Wann zieht man den logisch einzig möglichen Schluss, dass die Ursache jedweden Klimawandels im Wetterwandel zu suchen ist. Da man nur weiß, dass das Beständige am Wetter seine Unbeständigkeit ist, dass der ewige Wechsel von Tief- und Hochdruckgebieten im Wechsel der Allgemeinen Zirkulation liegt, wird das Wetter praktisch ausgeblendet, werden nur systemkonforme Meteorologen in die Reihen der Klimaweisen aufgenommen. Die Wetterfachleute sind die einzigen, die sich der Komplexität der Natur stellen und nicht in die Simplizität jederzeit manipulierbarer Klimamodelle flüchten. Wer das Wetter nicht schützen kann, sollte von Klimaschutz gar nicht erst reden. Unsere Alltagserfahrung ist das Wetter, nur das Wetter. Das Klima ist ein theoretisches Konstrukt, das mittlere Wettergeschehen an einem Ort über eine festgelegte 30jährige Periode, ist eine Abstraktion, die nicht konkret erfahren werden kann. Mitteltemperaturen kann man nicht messen, nicht spüren, nicht fühlen.

Deshalb ist Klima so überaus leicht manipulierbar, sind Klimawerte beliebig berechenbar. Das Klima ist ein ideales „Ding an sich“, um es als drohendes Gespenst instrumentalisieren zu können. Mit ihm lässt sich beliebig spielen, lässt sich leicht die Gefahr einer drohenden Klimakatastrophe hoch- oder runterfahren, je nach den politischen Bedürfnissen. Die alte Angst vor den Wettergöttern, die uns mit Blitz und Donner, Dürre und Sintflut ob unseres sündigen Verhaltens bestrafen, sitzt tief in unserem Unterbewusstsein und kann jederzeit propagandistisch zu Leben erweckt werden. Da es aber Klima in der Natur nicht gibt, sondern nur Wetter, wird der Eindruck zu erwecken versucht, Wetter und Klima wären identisch. So wird mit zunehmenden Wetterextremen gedroht, wenn wir  den Weisungen der Klimaexperten und Klimapolitiker nicht folgen. Welch ein infames Spiel mit unserer ohnehin labilen Psyche, mit unseren Urängsten.

Es waren die Klimaexperten selbst, die den Klimawandel zu leugnen und zu unterdrücken versuchten. Sie sprachen immer davon, dass wir seit Ende der letzten Eiszeit vor gut 10 000 Jahren in einer Zeit nie dagewesener Klimastabilität, einer Klimakonstanz ohnegleichen lebten. Diese paradiesische Klimaidylle sei mit der Industrialisierung jäh beendet worden und müsse um jeden Preis wiederhergestellt werden. Die Klimaexperten sind getrieben von der Sehnsucht nach einer heilen, statischen Welt. Keine Veränderung, kein Wandel soll ihr statisches Weltbild stören. Sie haben Angst vor der Komplexität und suchen überall krampfhaft nach Herrmann Lübbe den „komplexreduzierenden Punkt“.

Der Leipziger Meteorologe Gerd Tetzlaff träumte vom vorindustriellen „Wetter- und Klimagleichgewicht“ und Klaus Hasselmann, Chef des Hamburger Max-Planck-Institutes für Meteorologie, präsentierte kurz vor dem 2. Weltklimakonferenz 1995 in Berlin seinen berühmten „95-Prozent-Beweis“. Aus den letzten 150 Jahren seit 1850 hatte er mühsam eine 10jährige Periode herausgesucht, bei der der CO2-Verlauf und die Globaltemperatur ganz zufällig gut korrelierten. Daraus konstruierte er eine Kausalbeziehung, die Angela Merkel als damalige Umweltministerin nutzte, um das Scheitern von Berlin abzuwenden und den Kyoto-Prozess in Gang zu setzen. Das MPI für Meteorologie in Hamburg behauptete auch nachgewiesen zu haben, dass der CO2-Gehalt während der letzten 8 000 Jahre konstant gewesen sei und bei 280 ppm gelegen habe. Der rasante Anstieg nach der Industrialisierung um 1850 könne nur, der Temperaturanstieg zeige es klipp und klar, in der Klimakatastrophe enden. Diese müsse mit allen Mitteln, durch Reduktion der Emission der Klimagase, insbesondere des klimaschädlichen Umweltgiftes CO2, noch rechtzeitig verhindert werden.

Dieses Horrorszenario passte aber überhaupt nicht in die Klimageschichte, die zeigte, dass es in der Zeit des Holozän ständig mit den Temperaturen auf und ab gegangen sei. Das Klimaoptimum des Hochmittelalters wie die nachfolgende Kleine Eiszeit waren die Steine des Anstoßes. Sie störten die theoretische Idylle der Klimaideologen und mussten beseitigt werden. Diese schmutzige Arbeit erledigte der amerikanische Klimaforscher Michael Mann mit seiner „Hockeyschlägerkurve“, die insbesondere das störende Klimaoptimum des Hochmittelalters, in dem es nachweislich im nordatlantisch-westeuropäischen Raum viel wärmer war als heute, beseitigte. Er bediente sich des Tricks der Nivellierung, indem er die Warmperiode durch eine erfundene Kälteperiode auf der Südhemisphäre, die im 10. bis 12. Jahrhundert noch völlig unbekannt war, einfach wegmittelte. So zauberte er im Zuge der Globalisierung die „Hockeyschlägerkurve“ aus dem Hut, die die große Sensation des IPCC-Klimaberichtes von 2001 wurde.

Wo auch immer man genauer hinschaut, stets bewahrheitet sich das, was der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, Hubert Markl, im Jahr 2000 bei der Weltausstellung in Hannover öffentlich bekannte: „Lug und Trug sind integrale Bestandteile des Forschens“. Für keine Wissenschaft trifft dies mehr zu als für die Klimaforschung, weil diese sich fern der Natur abspielt, in hermetisch abgeschlossenen ideologischen Räumen. In der Phantasie ist der Mensch „Herr über die Natur“ als Schöpfer seiner Wolkenkuckucksheime. Das wirklich Neuartige und Sensationelle ist, dass der ganze Treibhaus-Schwindel gedeckt und geschützt wird, von den Vereinten Nationen und dem Weltklimarat unter Rajendra Pachauri höchstselbst.

Oppenheim, den 11. Dezember 2010

Dr. phil. Wolfgang Thüne

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