Bauernstand – Nährstand oder Treibstoffproduzent?

Symbolisch wurde am 31. Oktober 2011 der 7 milliardste Mensch auf der Welt geboren. Das anhaltende Bevölkerungswachstum hat ein neues Schlagwort geboren, das „Land Grabbing“. Was bedeutet das? Ein „Land Grabber“ ist ein Habsüchtiger, den die Gier nach Land gepackt hat. Der Produktionsfaktor Boden hat zunehmend Konjunktur. 50 Millionen Hektar sollen schon in den Händen von Investoren sein, die mit Wild-West-Methoden auf der Jagd nach Agrarflächen und lukrativen Anlagemöglichkeiten sind. Ihre Spekulation? Weitere Urbanisierung, Flächenversiegelung sowie Bodenerosion durch Wind und Wasser und Wüstenbildung dürften dafür sorgen, dass der Nachfrage-Boom nach Agrarflächen erst am Anfang steht. Doch gleichzeitig scheint eine andere Bewegung, die quasireligiöse Züge tragende Klimaschutzbewegung, das Bevölkerungsproblem auf andere Art lösen zu wollen, durch radikale Minderung der CO2-Emissionen und deren Versenkung im Boden durch die CCS-Technologie. Ziel sind CO2-freie Städte und Regionen, ja die CO2-freie Europäische Union. Beides zugleich geht aber nicht, schließt sich aus. Warum?

Der Mensch hätte nicht das derzeitige Entwicklungsniveau erreicht, wenn er nicht mit Verstand ausgerüstet worden wäre. In der Anfangsphase seiner Entwicklung war er vorwiegend ‚Beobachter‘, Lernender, um sein Überleben zu sichern. Als Jäger und Sammler war er ganz auf seine Beobachtungsgabe angewiesen. Aus den Beobachtungen entwickelten sich Erkenntnisse, die dann zu Regeln verdichtet wurden. Auf diese Weise entstanden physikalische Gesetzmäßigkeiten. Der Mensch erfand nicht die  Natur. Er versuchte nur, ihre Geheimnisse zu lüften und dieses Wissen zu seinem Nutzen anzuwenden. Dies führte vor etwa 10 000 Jahren zur „Neolithischen Revolution“, dem Übergang zum Dasein als Ackerbauer und Viehzüchter in der Jungsteinzeit. Der Mensch lernte, durch Zähmen und Züchten aus Wildtieren Haustiere zu machen. Er lernte, durch Züchtung und Veredlung aus Gräsern Getreide zu machen und seine Existenz zu sichern. Er lernte auch, seinen „Garten Eden“ zu hegen und zu pflegen. Auf diese Weise entstand die Agrikultur, die neben der Baukultur wohl älteste Form von Kultur.

Für das Überleben der Menschheit wie der Inbesitznahme der gesamten Ökumene von den Tropen bis zu den Polargebieten waren ein naturgemäßer, den geographisch wie jahreszeitlich wechselnden Umgebungsbedingungen angepasster wie pragmatischer Verstand, war ein „gesunder Menschenverstand“ zwingend notwendig. Nur er garantierte eine klare natürliche Urteilskraft. Erst nachdem das nackte Überleben gesichert war, entwickelte sich der Luxus, die Natur in Visionen zu sehen. Mit seinem abstrakten spekulativen Expertenverstand kann der Mensch zwar kühne theoretische Weltmodelle entwickeln, aber ohne Naturanbindung, ohne ‚re-ligio‘, enden diese gerne in utopischen Wunschträumen. eine wäre dabei aber verhungert. Mit Hilfe seines natürlichen Verstandes hat sich der Mensch eine Unmenge an Erkenntnissen angeeignet. Auf diesen beruht die gesamte technische Entwicklung von der Erfindung des Rades bis zum Weltraumflug. Es ist daher ein ideologischer Unsinn, wenn Karl Marx behauptet, der gesunde Menschenverstand sei eine Form historischer Dummheit gewesen. Im Gegenteil, ihm verdankt die Menschheit jedwede Höherentwicklung. Es ist der abstrakte, weltfremde Intellekt, von dem alle Zukunftsgefahren ausgehen, mögen die theoretischen Modelle in noch so schönen Verkleidungen einherstolzieren.

Wenn heutzutage die Klimaexperten nicht nur spekulieren und theoretisieren würden, sondern sich an der Natur orientieren würden, sie hätten nie die Erde mit einem Treibhaus gleichgesetzt. Dann würden sie sich am Wetter orientieren. Um seine Pflanzen vor dem Wetter, vor allem den Frühjahrsnachtfrösten, zu schützen, entwickelte der Mensch Gewächshäuser, baute er Palmengärten, um tropisches Grün in kalte Klimazonen zu holen. Jedes Gewächshaus ist Beweis, dass die Erde kein Treibhaus ist. Diese Idee ist naturfremd! Wenn die Sonne untergeht, wird es automatisch kalt. Dies zeigt, dass die Atmosphäre weder Wärme speichern, noch von der Erde abgestrahlte Wärme wieder zu dieser zurückstrahlen kann. Diese bäuerliche Urerfahrung gilt unverändert auch heute, sie ist physikalisch unumstößlich. Alles ist dem Wetter ausgesetzt und seiner vielfältigen Launenhaftigkeit, muss sich seiner Unstetigkeit anpassen. Unsere Vorväter mussten exzellente Naturbeobachter sein, um zu überleben. Sie mussten das Wetter über Jahre und Generationen hinweg beobachten, um allgemeine Regeln abzuleiten. Sie führten eine frühe Form von ganzheitlicher Wetterstatistik, von Klimatologie, ein, die gänzlich auf Beobachtungen beruhte. So entstanden die Lostagregeln, die Bauernkalender mit den Saat- und Ernteterminen.

Die Bauern vertrauten auf ihre Beobachtungen und Künste, sie pflanzten und ernteten, ohne dass sie über Jahrtausende hinweg wussten, was Photosynthese ist und wie sie chemisch funktioniert. Missernten bescherte ihnen nur das Wetter. Da sie hierfür „Götter“ für zuständig hielten, so beteten sie ständig um gutes Wetter. Nach erfolgter Ernte folgte das Erntedankfest. War die Ernte verregnet oder vertrocknet, so führten sie die auf ihre Sünden und den Zorn der „Götter“ zurück. Heute weiß jeder Landmann, dass bei der Photosynthese aus den anorganischen Stoffen Wasser (H2O) und Kohlenstoffdioxid (CO2) mit Hilfe des Sonnenlichts wie des Chlorophylls als Katalysator unsere gesamte organische Nahrung aufgebaut wird. Fehlt einer dieser Stoffe, das Sonnenlicht, das Wasser oder das CO2, dann kann die „chemische Fabrik“ Pflanze nicht arbeiten, nicht wachsen, keine Nahrung produzieren. CO2 ist unverzichtbar für alle grünen Pflanzen und damit für alles Leben auf Erden, das tierische wie das menschliche.

Diese Zusammenhänge muss man sehen, um die Forderungen der deutschen wie auch der europäischen Politik bewerten zu können, bis zum Jahr 2050 eine „CO2-freie Gesellschaft“ mit „CO2-freien Städten“ auf Basis einer de-karbonisierten Stromerzeugung zu schaffen. Würde dies gelingen, würde aus Angst vor der Klimakatastrophe, Angst macht blind und kann den Verstand lähmen, gar die Atmosphäre „CO2-frei“, würde mit den grünen Pflanzen alles Leben ausgelöscht werden, wäre die Angst vor der „Bevölkerungsexplosion“ unnötig. Die Menschheit würde sich selbst ausrotten. Wirklich beängstigend ist, mit welcher Hörigkeit und welchem bedingungslosen Gehorsam die Intellektuellen politischen Parolen Folge geleistet wird. Schlimmer noch, sie verhindern jegliche sachliche Kritik, unterdrücken jeden Zweifel an der Treibhaushypothese. Es genügte nur, der Masse mit der Klimakatastrophe zu drohen, unseren Lebensstil hierfür verantwortlich zu machen, und schon reagierten wir wie dressierte Pawlowsche Hunde. Wie seit Urzeiten ist Angst ein bewährtes Herrschaftsinstrument, reagiert die Masse auf Gefahrenmeldungen ohne Verstand wie eine aufgestörte Herde, die dann irgendwelchen Hirten und Heilsbringern nachläuft. Die jeweils Herrschenden müssen nur Experten an der Hand  und Geld haben, dann können hochdotierte Experten der Phantasie freier Lauf gelassen und per Computer die tollsten Weltuntergangsszenarien in die Welt setzen.

Der Kampf gegen den „Klimakiller“, das unverzichtbare Grundnahrungsmittel CO2 hat alle gesellschafts-politischen und wirtschaftlichen Bereiche erfasst. Auch die Landwirtschaft hat nun den Kotau vollzogen und ihre „Opfergaben“ am Klimahochalter abgegeben. Um die Debatte um die „rülpsenden Kühe“, die das tödliche „Klimagas“ Methan produzieren, zu beenden, kündigte der Präsident des Bauernverbandes, Gerd Sonnleitner, an, dass die Landwirtschaft bis 2020 mit 35 bis 40 Millionen Tonnen doppelt so viel klimaschädliches Kohlenstoffdioxid binden will wie derzeit. Es zähle nicht nur der „CO2-Fußabdruck“ von Rindern, die Landwirtschaft binde auch CO2. Welch völlig neue, bahnbrechende Erkenntnis im Jahr 2010 nach Christus! Mit der Entschlüsselung des Wachstumsgeheimnisses, der Entdeckung der Photosynthesegleichung weiß der Mensch, dass CO2 unverzichtbar für alles Leben auf Erden ist, ebenso wie die Sonnenenergie. Der Befehl „Es werde Licht“ steht ganz Zu Beginn der Schöpfungsgeschichte. Voraussetzung für die Werdung und Entwicklung des Menschen war eine blühende Natur. Das Paradies war fix und fertig, als Adam und Eva hineingesetzt wurden!

Dass diese völlig absurde wie hypothetische Klimadiskussion überhaupt entfacht und mit der Warnung vor der drohenden Klimakatastrophe Ängste provoziert werden konnten, liegt an unserer Autoritäts-Hörigkeit auch an der Dominanz des abstrakten theoretisierenden Denkens, das mehr und mehr die Naturbeobachtung zurückbildet und den auf ihr beruhenden gesunden Menschenverstand verkümmern lässt.  Zudem hat sich die Öko- und Klimaschutzbewegung den Nimbus einer Pseudoreligion, die Unfehlbarkeit postuliert, angenommen und mit primitiven Parolen die klassischen Religionen sich unterworfen. Alle beten gedankenlos die Parole vom „Schöpfungsschutz“ nach, wenn auch mit der Ächtung des CO2 dabei die Schöpfung zugrunde geht. Mit dem Motto „Klimaschutz ist Schöpfungsschutz“ hat sie eine Art Führungsrolle über alle sieben Hauptreligionen der Welt eingenommen. Die Ökoreligion beansprucht den „geistigen Überbau“ über alle Religionen der Erde.

Insbesondere bei den Bauern oder Landwirten hätte man noch eine so intime Naturnähe vermutet, dass sie zwischen dem Naturvorgang Wetter und dem davon abgeleiteten abstrakten Konstrukt Klima zu unterscheiden vermögen. Aus täglicher Erfahrung wissen sie, dass alles Wachstum vom Wetter abhängt und nicht von nachträglich errechneten Klimawerten. Keine Rübe orientiert sich beim Wachstum an 30jährigen Mittelwerten, sondern ausschließlich am Wetter während der Vegetationsperiode. Wenn Landwirtschaftsfunktionäre nun meinen, aus politischem Gehorsam heraus das Klima, das vergangene „mittlere Wetter“, schützen zu müssen, ist einer freien Gesellschaft unwürdig. Die Bauern waren schon mal schlauer! Oder liegt es nur an dem Verbandspräsidenten?

Seit der Mensch Ackerbau betreibt, hat sich das Wetter, haben sich die auf der Nord- und Südhemisphäre gegenläufig ablaufenden Jahreszeiten noch niemals nach dem CO2-Gehalt der Luft gerichtet. Heute wissen wir, dass die höchsten Kohlendioxidwerte der Luft im Winter, in der kältesten Jahreszeit, auftreten. Auch im Tagesgang werden immer am Morgen bei Sonnenaufgang die höchsten CO2-Werte gemessen. Die Lufttemperaturen haben nichts mit dem CO2-Gehalt der Luft zu tun. Das Wort Wetter kommt aus dem indogermanischen Wort ‚wetar‘ und heißt Bewegung. Und bewegt wird die Atmosphäre einzig und allein von der Sonnenenergie. Das Wetter hat keine Energiesorgen und wohl deshalb macht es ganz zu unserem Leidwesen, was es will. Dies mag Intellektuelle ärgern, doch auch für die Zukunft gilt: „Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt, wie es ist!“ Sind die Bauern schon so naturfern, dass sie glauben, mit Mais, Rüben und Radieschen das Wetter beeinflussen und damit das Klima schützen zu können?

Was brauchen wir? Wir brauchen wieder mehr gesunden Menschenverstand! Nur er kann gegen selbstherrliche irdische Pseudoreligionen helfen! Ist den Bauern die dem Volksmund bekannte und vertraute „Bauernschläue“ abhanden gekommen? Glauben die Agrarfunktionäre wirklich, dass der Anbau von Halbjahreskulturen wie Getreide, Raps und Rüben den „Klimawandel“ stoppen, zum „Klimaschutz“ beitragen könnte? Dies können nur naturferne Geister glauben, die intellektuellem Dünkel verfallen sind und sich für übermächtig halten. Die „Schöpfung“ wird sie aushalten, aber die Menschheit? Wer Grundnahrungsmittel als „Agrotreibstoffe“ verbrennt, der Atmosphäre systematisch das pflanzliche Grundnahrungsmittel Kohlenstoffdioxid entzieht, der rettet nicht das Klima. Er fördert stattdessen den Hunger auf der Welt, er versündigt sich an der Menschheit, an der Schöpfung!

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