„Der Klimawandel – eine aufhaltsame Katastrophe“ ?

Galt es lange Zeit als höchstes politisches Ziel, durch den Schutz des Klimas die drohende Klimakatastrophe abzuwenden, so wird inzwischen auf UN-Ebene der Klimawandel an sich als Katastrophe angesehen, die es aufzuhalten gilt. Diese Kehrtwende hat der Zwischen-staatliche Ausschuss für Klimaänderungen, der Weltklimarat IPCC, vollzogen, ohne dass dies ins allgemeine Bewusstsein vorgedrungen ist.


Dieser Wandel vollzog sich im Jahre 2007 und ist in dem Buch „Der UN-Weltklimareport – Bericht über eine aufhaltsame Katstrophe“, das von Michael Müller, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesumweltminister, herausgegeben wurde, enthalten. Sigmar Gabriel als Umweltminister schrieb das Vorwort und weitere 25 bekannte Klimaexperten aus Politik und Wissenschaft kommentieren den IPCC-Weltklimareport.

Der 4. Weltklimabericht wurde nicht wie üblich als Ganzes vorgestellt, sondern in drei Teilen auf Tagungen in Paris, Brüssel und Bangkok im  Februar, April und Mai 2007 der Welt präsentiert. Am 2. Februar 2007 bei der Präsentation des wissenschaftlichen Teils appellierte der frühere französische Staatspräsident Jacques Chirac in Paris an die „Bürger der Erde“: „Der Tag rückt näher, an dem die klimatischen Veränderungen außer Kontrolle geraten. Kulturen sind sterblich, und zwar nicht immer als Folge von Kriegen.“ Auch das IPCC gebrauchte starke Worte: „Die Erde hat Fieber, unser Planet ist krank. Und der Mensch ist der Virus, der das Fieber in die Höhe treibt.“ Über die Medien wurde die Nachricht verbreitet, dass 2020 die Klimakatastrophe drohe, der klimatische Weltunter-gang bevorstehe.

Wir lesen: „Die Fakten des IPCC, der größten Wissenschaftskommission der Erde, belegen: Die globale Erwärmung hat in allen Erdregionen begonnen. Der Klimawandel nimmt unser Jahrhundert in den Griff. Gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter (1800) sind die mittleren Temperaturen von 14,5°C auf heute ca. 15,5°C angestiegen.“ Weiter: „Fest steht: Der Mensch ist der Hauptverursacher. Er steuert die Welt auf eine Klimakatstrophe zu.“ Weiter: „Der Klimawandel markiert das Ende des bisherigen Weges der Industrialisierung. Jetzt zeigen die Folgen, dass die Menschheit seit der industriellen Revolution einen „Atmosphärenkrieg“ (Stephen Schneider) führt.“ Die Grundlagen des 4. Sachstandsberichts werden bezeichnenderweise als „Blaue Bibeln“ bezeichnet.

Ihre Glaubwürdigkeit wird damit begründet, dass an ihnen mehr als 1.250 Wissenschaftler aus 130 Nationen gearbeitet haben. Weiterhin waren über 2.500 Experten aus aller Welt als Gutachter beteiligt. Wenn sie den „Stand der Wissenschaft“ wiedergeben und „in Wahrheit in der Fachwissenschaft heute ein breiter wissenschaftlicher Konsens besteht, dass der Mensch mit seinen Aktivitäten für den Klimawandel verantwortlich ist“, dann verwundert das Kapitel „Dreißig Silberlinge für die Klimaleugner“. Es wird moniert, dass eine kleine Gruppe von „Klimaskeptikern“ mit „unsauberen Argumenten, längst widerlegten Behauptungen sowie veralteten Annahmen“ arbeite. Sie „nimmt den Erkenntnisfortschritt einfach nicht zur Kenntnis.“ Abschätzend wird vermerkt, dass die Skeptiker in der Regel fachlich keine große Rolle spielen. Die Kritik an der These vom Klimawandel komme nur noch selten von ernst zu nehmenden Wissenschaftlern. Doch wenn die Mehrheit der weltweit besten Klimaexperten sich so sicher ist, warum dann diese geradezu panische Angst vor der Handvoll gänzlich unbedeutender Außenseiter?

Ich persönlich gehöre nicht  zu der Gilde der „Klimatologen“, denn es gibt kein Studium der Klimatologie, dass mit dem Titel „Diplom-Klimatologe“ abschließt. Dagegen gibt es Diplom-Physiker, Diplom-Geophysiker, Diplom-Meteorologen, die sich auf das Gebiet „Physik der Atmosphäre“ spezialisiert haben. „Klimatologe“ kann sich jeder nennen, der ein Thermometer ablesen und Mittelwerte der Temperatur richtig berechnen kann. Dies zu erwähnen ist wichtig, denn das 2-Grad-Ziel wird als „letzte Ausfahrt vor der Katastrophe“ ausdrücklich vom IPCC hervorgehoben. Stolz wird verkündet: „Bundeskanzlerin Angela Merkel hat auf der EU-Konferenz der Regierungschefs am 8. März 2007 und auf dem G 8-Gipfel von Heiligendamm am 7. Juni 2007 das Ziel vertreten, dass die Erwärmung nicht über 2 °Celsius ansteigt.“ Denn: „Das ist die globale Leitplanke, die für das Leben auf der Erde gerade noch als tolerabel gilt. Nur dann sind die Folgeschäden noch zu bewältigen.“

Mag der Weltklimarat IPCC sich auch als Klima-Kassandra betätigen, ich gehöre weder zu den Klima-Skeptikern noch den Klima-Leugnern, weil es „Klima“ schlicht und einfach nicht gibt. „Klima“ ist eine Abstraktion wie der Begriff „Obst“ eine Abstraktion ist. Das „Klima“ ist das Mittel allen möglichen Wetters an einem Ort über eine Zeitspanne von 30 Jahren. „Obst“ ist ein Sammelbegriff, der Äpfel, Birnen, Kirschen, Pflaumen etc. umfasst. „Obst“ an sich kann man nicht essen, nicht einmal kaufen. Analog kann man „Klima“ nicht schützen, jedoch mit der Ausnahme, dass es gelänge, 30 Jahre genau das Wetter zu „machen“, dass am Ende der Mittelwert der Temperatur exakt mit dem der vorherigen 30-Jahr-Periode übereinstimmt. Die UN, die EU wie der G 8-Gipfel haben angesichts des drohenden Unheils beschlossen, der „Globaltemperatur“ daher eine „Leitplanke“ vorzugeben, die sie nicht überfahren darf. Denn: „Der Klimawandel zeigt, dass wir uns einer Naturschranke nähern, die nur um den Preis von Katastrophen überschritten werden kann.“

Ich kann dieses Vorhaben als Meteorologe nur als ideologischen Größenwahn bezeichnen, der auf einer völligen Unkenntnis der Natur wie der Naturgesetze beruht. Diese Unkenntnis, schlimmer Ignoranz, elementarer Naturgesetze zeigt sich in der Aussage, dass sich als Folge der Erhöhung der Treibhausgase die „Atmosphärenfenster“ schließen und die Durchlässigkeit für infrarotes Licht abnimmt: „Es kommt zu einer Abstrahlung in den Weltraum aus größerer Höher bei niedrigeren Temperaturen.“ Fazit: „Die Atmosphäre wird zur Müllhalde des Industriezeitalters.“ Und wer will schon unter einer Müllhalde leben und deren Luft atmen? Auch solche martialischen Warnungen wie, „ohne ein radikales Umsteuern wird die ökologische Selbstzerstörung denkbar“, können mich von meinem Urteil nicht abbringen. Ich bleibe dabei, dass die Klimaphysik der Klimaexperten nichts mit Physik aber unendlich viel mit Metaphysik zu tun hat.

Sie erwarten als Leser jetzt einen klaren Hinweis, einen Beweis meiner Auffassung. Nun den kann ich gerne liefern. In einem Aufsatz „Gibt es noch Zweifel am anthropogenen Klimawandel?“ schreiben Anders Levermann und Hans Joachim Schellnhuber: „Wir kennen die Absorptionsspektren der wichtigsten Treibhausgase (wie Kohlendioxid und Methan) aus quantenmechanischen Berechnungen und Laboruntersuchungen.“ Ich bin mit dieser protzigen Behauptung nicht zufrieden. Wenn beide Autoren, Prof. Dr. Schellnhuber ist Direktor der Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) in Potsdam, die Absorptionslinien wirklich kennen würden, dann wüssten sie, dass auch in einer Atmosphäre, die nur aus Wasserdampf, Kohlenstoffdioxid und Methan bestehen würde, dennoch ein „stets offenes atmosphärisches Strahlungsfenster“ zwischen etwa „7 und 13 Mikrometer“ bleiben würde, durch das die Infrarotstrahlung der Erdoberfläche ungehindert ins Weltall entweichen würde. Dies steht in jedem qualifizierten Lehrbuch der Physik!

Zum Beweis meiner Behauptung möchte ich einen weiteren bekannten Klimaexperten zitieren, Mojib Lativ, Professor am Leibniz-Institut für Meereswissenschaften in Kiel. In seinem Aufsatz „Wie stark ist der anthropogene Klimawandel?“ erklärt er den Treibhaus-effekt und schreibt: „Bei einer Erde ohne Atmosphäre wäre ihre Oberflächentemperatur ausschließlich durch die Bilanz zwischen eingestrahlter Sonnenenergie und der von der Erdoberfläche abgestrahlten Wärme-(Infrarot-)Strahlung festgelegt. Die Oberflächen-temperatur würde dann im globalen Mittel ca. -18°C betragen. Selbst eine Atmosphäre aus Sauerstoff und Stickstoff allein, welche die Hauptkomponenten unserer Atmosphäre (ca. 99 Prozent) bilden, würde daran nichts Wesentliches ändern. Dagegen absorbieren bestimmte Spurengase, wie Wasserdampf und Kohlendioxid, die von der Erde ausgehende Wärmestrahlung und emittieren ihrerseits diese auch in Richtung der Erdoberfläche. Dies führt zu einer zusätzlichen Erwärmung der Erdoberfläche, ihre Temperatur beträgt daher im globalen Mittel ca. +15°C.“

Wer dies glaubt, muss sich gefallen lassen, als ein physikalischer Analphabet abqualifiziert zu werden. Doch wer dies schreibt, wird zur Belohnung ob seines politisch korrekten Verhaltens Professor an einer deutschen Hochschule. Mojib Lativ war, bevor er den Ruf nach Kiel erhielt, zehn Jahre Sprecher des Max-Planck-Institutes für Meteorologie in Hamburg. Er hat in dieser Zeit verinnerlicht, was Hubert Markl als Präsident der Max-Planck-Gesellschaft im Jahre 2000 anlässlich der EXPO 2000 in Hannover öffentlich bekannt: „Lug und Trug sind integrale Bestandteile des Forschens.“

An der Erklärung des „natürlichen Treibhauseffektes“ von Mojib Lativ ist so gut wie alles falsch, wenngleich die „gelehrte Sprache“ es kaschieren will. In meinem letzten Brief vom 19. Mai 2011 habe ich die physikalische Unmöglichkeit des „Treibhauseffektes“, der nicht „natürlich“, sondern völlig unnatürlich ist, aufgezeigt. Bei Mojib Lativ ist noch ein weiteres Naturwunder versteckt, das Wunder der Selbsterwärmung der Erdoberfläche mittels der eigenen Wärmestrahlung. Eine -18°C kalte Erde strahlt 240 W/m2 mit Lichtgeschwindigkeit von 300.000 Kilometer pro Sekunde ins Weltall. Doch in der Troposphäre, in den untersten 10 Kilometer der Atmosphäre“, werde diese Wärmestrahlung abgefangen und „auch in Richtung der Erdoberfläche“ emittiert. Es kommen am Boden aber nicht die abgestrahlten 240 W/m2 an, sondern 390 W/m2. Soviel müssten es sein, um bei vollständiger Absorption eine Oberflächentemperatur von +15°C zu erzeugen. Woher die Differenz von 150 W/m2 kommt, wird tunlichst verschwiegen mit der nicht ganz unbegründeten Hoffnung, dass bei oberflächlichem Lesen diese wundersame Energievermehrung Niemand auffällt. In den wenigen Zeilen sind noch etliche andere Fehler enthalten, auf die aber nicht eingegangen werden soll. Es sei klipp und klar gesagt, dass aus der Atmosphäre, in der die Temperatur mit der Höhe abnimmt, nie mehr Energie zur Erde zurückgestrahlt werden kann, wie von dieser abgestrahlt wurde. Dies schon gar nicht bei offenem Strahlungsfenster!

Auch wer sich aufs hohe Ross setzt und sich im Schutze gleichgesinnter Experten wie des politischen und medialen Zeitgeistes wähnt, sollte sich als Wissenschaftler an die Gebote der wissenschaftlichen Moral halten. Auch Professoren müssen stets damit rechnen, dass es immer wieder Dumme gibt, die „fachlich keine große Rolle spielen“ mögen, aber die die Fähigkeit besitzen, Wahrheit und Unwahrheit zu unterscheiden und dies auch öffentlich zu sagen. Die Behauptung, die Erde wäre ein „Treibhaus“ und die Atmosphäre würde eine Art  „Glashülle“ um die Erde legen, ist kein verzeihlicher wissenschaftlicher Irrtum, sondern eine ebenso raffinierte wie vorsätzliche Lüge.

Und was den Klimawandel an sich betrifft, so stellt die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Annette Schavan, in ihrem Beitrag „Die Zukunft der Klimaforschung“ lapidar fest: „Klimawandel gab es zu allen Zeiten und wird es immer geben.“

Oppenheim, den 15. Juni 2011

Dr. Wolfgang Thüne

Comments are closed.